Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 9 (September 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 528 (sequence 6)
- Language
- German
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528 MENORAH „Um-esch-Schert" nennen, zu besetzen; hernach hatte die Kolonne auf die Stadt Es-Salt in den Bergen Moab, weit über das Ufer des Jordans hinaus vorzurücken. Es dauerte eine ganze Nacht bis das Bataillon versammelt war. Unser Frontabschnitt war auf neun oder zehn Meilen der Länge nach ausgedehnt und konzentrierte sich um zwölf kleine Bergforts, die eine von Norden nach Süden verlaufende Kette bildeten. In derselben Nacht wurden starke Patrouillen in das „Niemandsland" ausgeschickt, mit dem Befehl, sich zu vergewissern, ob die Türken sich noch in ihren Forts befanden. Denn nach der einige Tage vorher bei Jaffa erlittenen Niederlage begannen sie sich auch in unserem Abschnitte zurückzuziehen. Die Patrouillen fanden noch zwei Forts besetzt. Da es keine Artillerie gab, eröffneten wir auf sie Maschinengewehrfeuer; ein paar Stunden antworteten die Türken, dann verstummte das Feuer plötzlich. Aber die Patrouillen brachten die Meldung, daß der ,»Ditch" (Graben), das heißt der tiefste Teil des Tales, in dem der Jordan fließt, von türkischen Truppen auf beiden Seiten des Flusses noch stark besetzt sei. Am nächsten Tage standen wir bereits am Rande des „Ditch" und konnten vorsichtig über den Rand der improvisierten Gräben auf den Jordan selbst hinauslugen. Der „Ditch" ist in jener Gegend, wenn ich mich recht erinnere, eine halbe Meile breit und auf beiden Seiten mit Bäumen und S trau ehern bewachsen; seine Tiefe beträgt hier etwa 70 Meter. Die Felsen hinderten uns daran, zu sehen, ob noch jemand im Walde zurückgeblieben sei. In der Nacht aber meldeten die Patrouillen, daß man in dem dichten Gestrüpp noch Bewegung wahrnehme. Am 21. September morgens schickte eine unserer am Nordrand der neuen Front stehenden Kompagnien eine kleine Abteilung aus, um den Feind aus jenem Teil des Waldes zu vertreiben, der direkt unter ihrem Randabschnitte lag. Sie wurden von Leutnant Cross — Kreuz", ein merkwürdiger Name für einen Juden — geführt, dem sich auch unser Trainoffizier, der irische Captain Julian anschloß, der den Boden besichtigen wollte, auf dem er dann seine Kamele und Maulesel führen würde. Um zwei Uhr erhielt Colonel Patterson die Meldung, die Abteilung sei auf eine türkische Stellung mit Maschinengewehren gestoßen. Leutnant Cross und ein Soldat seien gefallen; Captain Julian habe eine Fußwunde erlitten und wäre auf dem Felde liegen geblieben, hätte ihn nicht einer der Soldaten im Kugelregen aus dem Walde getragen. Unser erster Versuch, den „Ditch" zu erobern, mißlang.