Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 9 (September 1928)
- Article
- Also ein Jubiläum
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 493 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ALSO EIN JUBILÄUM 493 weit über den braunen, zertretenen Fußbaden hin, während ich die Pflaume mit einem Klapp schnell in den Mund warf. Also für die nächste halbe Stunde war ich jedenfalls gerettet. Doch schon erb.ob sich alles wieder. Und bald kam eine Unruhe in die Männer. Man patschte lärmend die Bücher zu, wandte sich zueinander um, sprach miteinander, gab sich die Hände und trat langsam aus den Sitzreihen. „Na, komm nach Hause, mein Söhnchen... es ist aus", sagte mein Vater. „Was hast dn denn: du bist doch so'rot?" „Ich bin müde", schluckte ich. „Siehst du, das ist ein sehr frommer Mann, der bleibt die ganze Nacht über im Tempel", und damit nickte der Vater dem Männchen mit der Pilznase noch einmal zu. Draußen blinzelten in einer tiefblauen feuchten Nacht die Laternen, und ich streute im Gehen so langsam eine Pflaume nach der anderen, eine Eichel nach der anderen fort. Die Knüppelchen bröselte ich auf und warf die Krümchen ganz heimlich hinter mich, spielte, mich nachziehen lassend, müde und schlaftrunken einen Fuß vor den anderen setzend, Hansel und Grete! im wilden Wald. Aus Georg Hermann: Die Zeitlupe und andere Betrachtungen über Menschen und Dinge. Mit Genehmigung der Deutschen Verlagsanstalt Stuttgart. Ludwig Schwerin j Der ewige Jude (Flabima)