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Menorah · 1928-08-01 · Heft 8 (August 1928) · p. Seite 438

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 8 (August 1928)
Article
Judentum und Alexandrinismus
Date
1928-08-01
Page
Seite 438 (sequence 4)
Language
German
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438 MENORAH Teilgebiet zwischen dem nördlichen Libanongebirge und dem südlichen Ägypten. Es hieß Cölesyrien, das hohe Syrien. Nach Alexanders frühem Tod stritten sich Ägypten und Syrien um den Besitz Judäas, die Herrschaft wechselte. Unter dem Geschlecht der Ptolemäer begann die „H ellenisierung" des Judentums. Die Judäer begannen sich mit dem griechischen Geiste zu beschäftigen, nahmen Sitten und Unsitten auf und vollzogen die große ,,Assimilation". Dies war vornehmlich in Alxandrien, der von Alexander gebauten Seestadt, die Ptolelnäus I. zur mazedonischen Hauptstadt erhob. Damit setzte das große weltgeschichtliche Problem Judentum contra Griechentum ein. Tn dem Augenblick, als Ptolemäus I. die Judäer nach Alexandrien zog, mußte er notwendig die Konfrontation zwischen Judaismus und Hellenismus vollziehen. Zunächst geschah es in der Wirkung des Hellenismus auf die Judäer, sie nahmen griechische Sitten immer stärker an und die Judäer scheinen sich von den Alexandrinern bald nicht mehr zu unterscheiden. Ptolemäus schickte die Judäer nach allen Städten Ägyptens, Seleukos, der Gründer des seleukidischen Reiches, nach dem neuerbauten Antiochien und anderen Städten. Auf dem judäischen Boden wurden griechische Kolonien angelegt. Die „Vermischung" aller Völker, die sich Alexander geträumt hatte, vollzogen seine Nachfolger in großem Umfange. Aber für die Juden hatten sie eines übersehen, das für das .,Griechentum" tragisch werden mußte: daß sie eine große völkische Einheitsschicht waren, die sich bereits in ägyptischer und babylonischer Unterdrückung erprobt hatte. Sie hatten die große religiöse Bindung unterschätzt, die bereits auf eine rückliegende Tradition blickte (denn Esra und Nehemia hatten schon lange die Bücher der Bibel zusammengestellt, eine Levite hatte kurz vor Alexanders Eroberung die abschließende Chronika geschrieben). Das war das Verhängnis der philhell enischen Weltbeglücker. Ihre Ausbreitung des Griechentums führte folgerichtig zu dessen Zersetzung. Bald geschehen die entscheidenden Taten der Judäer. Simon der Gerechte, der letzte der Sofer, erhob seine Stimme und rief das Volk zur Besinnung. Das Synhedrion entstand und übernahm die geistige Führung. Die drei dichterisch tiefsten Bücher der Bibel entstanden, die die Zustände beklagten; Hiob, Ruth und das Höh« Lied. Die Assidäer, die Gemeinschaft der Frommen, sonderte sich ab als eine Reaktion aus dem entgegengesetzten Gefühl der Religionstreue. Jesus

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