Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1928)
- Article
- Die jüdische Frau und die Presse
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 377 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE JÜDISCHE FRAU UND DIE PRESSE 377 der Aufruf, das nackte Aussprechen sein. Tiefer greifend — bei Frauen wie bei Kindern — wirkt das Beispiel, die Schilderung von Gestalten. Die Geschichte der Juden ist reich an entgegengesetzten Typen. ,,Warum Henriette Herz, warum nicht Henriette Szold?" fragte eine führende jüdische Frau beim Lesen einer liberalen Frauenzeitung. Warum Henriette Szold? Weil ihr Beispiel in anderen jüdischen Frauen den Willen zur großen, selbstlosen Leistung für ihr Volk erwecken kann. Warum Schilderungen von Frauen in einer Kwuzah? Weil das Bild des überegoistischen Gemeinschaftslebens, weil das Bild der urproduktiven Arbeit, das Bild der Freiheit als Jude und dem Guten zustrebender Mensch in andern Frauen das Bewußtsein von Möglichkeiten der eigenen Leistung und des Seins erweckt, die sie früher nicht kannten. Durch Schilderungen von Frauengestalten, von Frauenleben und Frauenleistungen wirkt die Presse auf das Tun der Frau ein. Hier liegt der Sinn jeder Frauenpresse und jeder besonders gerichteten Frauenpresse. Wo die Presse Unterhaltung Müßiger, Selbstzufriedener ist — ist wenig Unterschied zwischen den Bedürfnissen von Frauen und Männern. Wo die Lesende den Weg zur Erkenntnis in der Presse sucht — braucht es kaum Frauenblätter. Aber wo es um Forderungen von Frauen und um das Handeln der Frauen geht — da wird die Frauenpresse dauernd ihr Recht behalten. JVlargarete Turnowsky-Pinner. Darstellung des Planetensystems Enthalten im Buche „Maase Tübiah" des Arztes Tubiah Cohen, Venedig, 18. Jh,