Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1928)
- Article
- Einführung in die Geschichte der hebräischen Presse
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 369 (sequence 2)
- Language
- German
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GESCHICHTE DER HEBRÄISCHEN PRESSE 369 die den eigentlichen Beginn der hebräischen Presse darstellen, so erkennt man die große Entwicklung, welche die hebräische Presse in Form, Inhalt und Tendenz inzwischen genommen hat. Der Werdegang der hebräischen Presse ist ein -wesentlicher Bestandteil der neueren Kulturgeschichte des Judentums. Insbesondere aber widerspiegelt er die Entwicklung der neu hebräischen Literatur. Zu den Merkmalen der hebräischen Presse gehört ihr vielfach ausgesprochener literarischer Charakter. So wird, zum Beispiel, die hebräische Literaturepoche in Deutschland um die Wende des 18. Jahrhunderts nach der Zeitschrift 'PpKttfr („Ha-Meassef", ,,Der Sammler") als ''D^DX&rrnru, „Measfim-Generation" bezeichnet. Führende hebräische Schriftsteller, Dichter und Gelehrte haben ihre literarische Tätigkeit in der hebräischen Presse begonnen und dauernd fortgesetzt. Der literarische Charakter, der in der hebräischen Presse, selbst der täglichen, vielfach hervortritt, erhebt sie auf ein besonders hohes geistiges Niveau. Mancher Geisteskampf ist in ihr ausgefochten worden. Neue Ideen haben mit alten Anschauungen gerungen. Zukunftkündende Kräfte stießen mit traditionellen Elementen hart zusammen, triumphierten, um späterhin von neuen Strömungen verdrängt zu werden. Die hebräische Presse hat W andlungen und Wanderungen durchgemacht,.. Sie könnte jetzt ein 200 jähriges Wanderjubiläum feiern. Vor genau 200 Jahren, 1728, erschien in Amsterdam die erste periodische Publikation in hebräischer Sprache: Die Monatsschrift "D"ft p na« („Peri Ez Chajim", „Früchte des Lebensbaumes"). Ist sie auch keine Zeitschrift im modernen Sinne, da sie ausschließlich rabbinischen Studien gewidmet war, so stellt sie doch eine periodische Ausgabe dar. Von der Jeschiba „Ez Chajim" herausgegeben, erschien sie über drei Jahrzehnte, eine verhältnismäßig lange Lebensdauer, um die sie manche unserer modernen Zeitungen beneiden könnte. In gewissem Maße haben die "D^n yy •HB" Nach¬ Nachfolger in den hebräischrabbinischen Zeitschriften gefunden, die späterhin in verschiedenen Ländern erschienen, teilweise theologische Abhandlungen enthalten, mehrfach auch in publizistischer Form die konservativen Gesichtspunkte vertreten. Ihren eigentlichen Anfang nahm die hebräische Presse, wie erwähnt, in Deutschland. Hier setzte im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts der Siegeszug der Haskala und ihrer Presse ein. Die