Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1928)
- Article
- Die ältesten auf die israelitisch-jüdische Geschichte bezüglichen Inschriften und Papyri der vorchristlichen Zeit
- Date
- 1928-06-01
- Page
- Seite 342 (sequence 4)
- Language
- German
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342 MENORAH 3. Mose führte noch einen anderen Namen, nämlich Menascheh (vgl. Richter 18, 30), er ist „Oberster der Minenarbeiter" und „Hauptmann des Tempels von Mana und Jahn auf Sinai", und ist als Kind von der Königstochter Hjatschepschu aus dem Nile gezogen worden. (Vgl. Exod. II, 10.) Diese Ergebnisse sind aber vorläufig noch mit großer Vorsicht zu verwerten, solange das von Grimme aufgestellte altsinaitische Alphabet nicht endgültig einwandfrei feststeht3). Die älteste sicher hebräische Inschrift, die in Gezer (Palästina) im Jahre 1908 ausgegraben worden ist, stammt aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. Sie zeigt uns, daß in damaliger Zeit auch Bauern zu schreiben verstanden. Auf einem Kalksteintäfeichen, das etwa 11 Zentimeter hoch und 7 Zentimeter breit ist, hat ein Bauer diejenigen Monate, in denen die landwirtschaftlichen Arbeiten verrichtet werden, in ihrer natürlichen Reihenfolge aufgezählt. Zu jener Zeit, in der der israelitische Kalender noch nicht die babylonischen Monatsnamen übernommen hatte, sind die Namen der Monate in Beziehung zur Landwirtschaft gesetzt worden. Die Aufzählung beginnt mit dem „Monat des Einsammelns" (?]DK imO, der später den babylonischen Namen Tischri trägt. Dieses beweist, daß schon im 9. Jahrhundert v. Chr. das israelitische Jahr mit dem Monat Tisohri begonnen hatte, denn der „Monat des Einsammelns" fällt wie das „Fest des Einsammelns" (= Sukkot) in den ersten Monat des Neuen Jahres. Die darauffolgenden Monate lauten: „Monat der Saat" (jnt inv) Marcheschwan. Die zwei eigentlichen Wintermonate, in denen jede landwirtschaftliche Feldarbeit ruht, sind hier nicht aufgezählt, sondern gleich nach dem „M onat der Saat" stehen „M onat der Spätsaat" (ppS imO Schebat, „Monat der Flachsernte" (fliPBrrv) Adar, „Monat des Gerstenschnittes'4 (anytP nsp rrv vgl. 2.Sam. 21, 9) Nisan, „M onat des Schnittes des Ganzen* (Sd Vttp mO Ijar, „Monat des BeSchneidens der Reben" Oiö] imO Siwan, „Monat des Sommerobstes" Cyp nT* Tammuz. Die noch fehlenden zwei letzten Monate konnte der Schreiber auf diese kleine, bis zum Rande vollgeschriebene Tafel nicht mehr bringen. Aus dem 9, Jahrhundert stammen ferner etwa 75 im Jahre 1910 in Samaria ausgegrabene Tonscherben mit hebräischen Aufschriften. Ein größeres Denkmal der altisraelitischen Schrift in rein hebräischer Sprache stellt die Siloah-Inschrift dar, die im Jahre 1880 durch badende Knaben nahe dem südlichen Ausfluß des Siloah-Kanals aufge-