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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Die ältesten auf die israelitisch-jüdische Geschichte bezüglichen Inschriften und Papyri der vorchristlichen Zeit
Date
1928-06-01
Page
Seite 340 (sequence 2)
Language
German
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340 MENORAH hausenden, mit Schleudern versehenen Nomaden gewesen zu sein, von denen viele häufig als Söldner in fremde Dienste getreten sind. Wenn zwar Hahiri in lautlicher Hinsicht mit dem Namen Hebräer gleichgesetzt werden kann, so sind sie dennoch schwerlich mit den ihnen stammesverwandten, aus Ägypten nach Palästina kommenden Israeliten identisch1); denn eine von dem Ägyptologen Flinders Petrie entdeckte Inschrift des Königs Mernaptahs, der um 1250 regiert hatte, erwähnt bereits Israel als Namen eines in Palästina ansässigen Volkes, das von dem Ägypterkönig völlig besiegt worden ist. Da die Israeliten um diese Zeit das Nomadenleben schon lange aufgegeben hatten, ist mit Sicherheit daraus zu schließen, daß die Einwanderung derselben nach Palästina schon lange vor 1250 erfolgt ist. Nun ist gemäß 1. Kön. 6, 1 der salomonische Tempel 480 Jahre nach dem Auszuge der Israeliten aus Ägypten erbaut worden. Da der Tempelbau etwa um 970 stattgefunden hat, fällt nach dieser Berechnung der Einzug Israels in Palästina ungefähr auf das Jahr 1450 v. Chr. Eine wichtige Bestätigung für die Richtigkeit dieser Berechnung würden die altsinaitischen Inschriften bieten, falls sie von H. Grimme richtig entziffert worden sind2). Gehen wir kurz auf den Inhalt der Grimmeschen Deutung ein. Die in Frage kommenden Denkmäler sind am Südwestrande des Sinai gefunden, der zu dem von den alten Ägyptern ausgebeuteten Minendistrikt gehört. In jenem Gebiete haben die Pharaonen mit Unterbrechungen seit etwa 2000 bis 1200 v. Chr. Kupfer und Türkise gewonnen. In dieser abgelegenen Gegend findet sich auch ein ägyptischer Tempelbau, in dem sich zahlreiche Pharaonen, besonders zwischen 1500 bis 1200 v. Chr., als Bauherren zu verewigen suchten. Ursprünglich eine Kultstätte für die „Göttin Hathor, die Herrin der Türkisen", wurde sie später dem ,,Sapdu, Herrn der östlichen Wüste, Schläger der Bergvölker'' geweiht, wodurch das sinaitische Minenrevier nach Grimme in enge geistige Beziehung zu der am Wadi Tumilat, dem biblischen Goschen, gelegenen Stadt Pi- Sapdu („Residenz des Gottes Sapdu") gesetzt wurde. Was dort an Tempelweihgeschenken gefunden wurde, befindet sich in den Museen von Kairo, London, Brüssel und Toronto. Dagegen sind die sogenannten acht Inschriftentafeln am Sinai zurückgeblieben. Schon Flinders Petrie, der im Jahre 1904 bis 1905 an Ort und Stelle war, bemerkt, daß diese von ihm entdeckten Inschriften bei aller Ähnlichkeit mit den ägyptischen Inschriften dort nach eigenen Gesetzen geschrieben seien. H. Grimme, dem die Gipsabdrücke, Papierabklatsche und Photographien von diesen Sinai-Denkmälern vorlagen, glaubte hier eine mit der

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