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Menorah · 1928-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1928) · p. Seite 329

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1928)
Article
Entstehung und Bedeutung der Jüdischen Sonderschau
Date
1928-06-01
Page
Seite 329 (sequence 3)
Language
German
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ENTSTEHUNG DER JÜDISCHEN SONDERSCHAU 329 mit beträchtlichen Mitteln zu unterstützen. Trotzdem wäre die Errichtung des Pavillons nicht gelungen, wenn nicht der Vorstand und die Repräsentanz der Synagogengemeinde Köln einen Kredit von 25.000 Mark für den Bau des Pavillons zur Verfügung gestellt und sich die Stadt Köln nicht in der Höhe der Platzmiete von ca. 18.000 Mark an dem Garantiefonds beteiligt hätte. Die Bestrebungen für die Errichtung der Sonderschau waren durch die Tätigkeit der drei in Berlin gebildeten judaistischen, hebräischen und jiddischen Sektionen und auch durch die von Köln verbreiteten Druckschriften in weiteren Kreisen bekannt geworden und zahlreiche jüdische Organisationen schlössen sich dem Unternehmen an. Auch ein französisches Komitee bildete sich unter der Führung des Grand Rabbin de France, Israel Levy. Dem Ehrenausschuß traten hervorragende Juden des In- und Auslandes bei. Während die finanzielle Grundlage für das Unternehmen geschaffen wurde, ergaben sich manche innere Schwierigkeiten. Eine der wichtigsten war die, daß die Zeitschriften einiger Länder sich darauf beschränken wollten, sich an der Zeitschriftenschau ihres Landes zu beteiligen. In den meisten Fällen entschlossen sie sich zur Beteiligung an der jüdischen Sonderschau; nur wenige Zeitungen und Organisationen blieben ihr schließlich fern. Entscheidend hiefür war die Tatsache, daß nur die Jüdische Sonderschau einen vollkommenen Überblick über das jüdische Pressewesen und gleichzeitig ein Spiegelbild der jüdischen Kultur und des jüdischen Lebens geben kann. Auch die Zeitungen, die nicht in größerem Umfang in der Sonderschau ausstellten, legten wenigstens Wert darauf, einen kleinen Platz in ihr zu belegen, um den Zusammenhang mit der gesamten jüdischen Presse darzutun. Theoretisch war auch die Streitfrage aufgetaucht, ob die Jüdische Sonderschau überhaupt eine Berechtigung habe, da sie keine geschlossene Weltanschauung darstelle, weder in religiöser Beziehung wie bei den Katholiken und Protestanten noch in politischer oder humanitärer Hinsicht. Man wies darauf hin, daß in der jüdischen Presse die verschiedensten Richtungen vertreten seien; sie habe keinen gemeinsamen Boden und bilde den Tummelplatz entgegengesetzter Gedanken und Bestrebungen. An dieser grundsätzlichen Einstellung drohte zeitweise das Zustandekommen der Sonderschau zu scheitern. Schließlich aber fand der Gedanke allgemeine Billigung, daß trotz aller Verschiedenheit, einerlei ob es sich um streng orthodoxe oder um kommunistisch-atheistische Organe handelt, die sittlichen und sozialen

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