Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 305 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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VOM NIL ZUM JOEDAN 305 seien die Herren der ersten Deputation nicht ganz im Unrecht. Den Ehrentitel „Jewish" dürfe man einem neuen Regimente, das sich in der Front noch nicht ausgezeichnet hat, nicht verleihen. Und er, der Minister, gebe sein Versprechen, daß die Legion, nachdem sie ihre Tapferkeit im Kampfe bewiesen, sowohl einen jüdischen Namen als auch ein jüdisches „badge" erhalten werde. Inzwischen wird das Bataillon einen anderen Namen führen, der auch ein Ehrentitel ist! Royal Füsiliers." Dieses Versprechen hat er auch gehalten. Nach dem Siege erhielten wir den Namen „Jewish-Regiment" und das Menorah-Abzeichen mit. dem hebräischen Wort „Kadimah". Aber schon vom Anfang an fehlte es uns nicht an ,,Jüdischkeit". Auf dem Schild vor unserem Londoner Rekrutierungsdepot (ein ganzes Haus in der Ghini-Slreet) stand es mit englischen Buchstaben: ,,38. Regiment der Royal Füsiliers" und mit hebräischen: „Gedud Lamed-Chet le-Kalaeh ha- Melech." In der Presse und sogar in der offiziellen Korrespondenz nannte man uns immer ,,Jewish-Regiment". An der Front trugen alle unsere Offiziere und Soldaten einen Davidstern am Ärmel, das erste Bataillon rot, das zweite blau und das dritte violett. Unser „Feldkaplan" war ein Rabbiner: Reverend Falk, ein junger, begeisterter Misrachist und auch ein tapferer Soldat im feindlichen Feuer. Und Golonel Patterson sah sich gezwungen, alle Einzelheiten des Schochel- Handwerks zu erlernen, da er mit dem War-Office und den Fleischhauern von Portsmouth über die rituelle Fleischschlachtung verhandeln mußte, über Ausschrotung der Venen und Sprungadcm und vordere und hintere „Viertel" und--hier muß ich haltmachen, denn ich kenne die rituellen Vorschriften nicht; er aber kennt sie. -/jLuch für mich persönlich hatte die „Demarche" der Assimilanten Folgen gehabt. Einer von ihnen hatte mir wahrscheinlich die besondere Ehre angetan, gegen meine Rekrulierungspropaganda zu protestieren. Beilin und Pinski (die gewesenen Mitarbeiter der Zeitung „Unsere Tribüne", die Großmann in unserer ersten Kampagne redigiert hatte) verfaßten für mich eine Broschüre über den Sinn und die Mission der jüdischen Legion. Da das Konskriptionsgesetz jedem freie Wahl ließ, in England oder in Rußland zu dienen, so bemühte sich die Broschüre zu beweisen, daß der Militärdienst in Rußland auch kein Spaß ist. Die Broschüre wurde auf Kosten des Rekrutierungsdepartements gedruckt. Das Departement übergab mir 35.000 Adressen von dienst-