Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1928)
- Article
- Vom Nil zum Jordan
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 296 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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296 MENORAH Mann von völlig englischer Erziehung, stammle aus irgend einer Shielt in Wales, wo es keine Juden gibt. Er kannte kaum einige jüdische Worte. Aber von Anfang an „verliebte" er sich in unsere Boys und allmählich befreundete er sich auch mit dem Legionsgedanken. Überdies war er auch einer der besten und ,,strammsten'' Inslruktoren, die damals die englische Landwehr besaß. Schöne Erinnerungen an jene Sommermonate verblieben mir. Mit der ganzen Klasse pflegten wir jeden Morgen weit, weit in die grünen Berge von Hampshire zu marschieren. Ausländer hören vom Londoner Nebel" und wissen nicht, daß England in vieler Hinsicht vielleicht das schönste Land Europas ist, mit einem seltenen Reichtum an Flüssen, Wäldern, kleinen, weichen und schmiegsamen Hügeln, Dörfern, die wie Ansichtskartenlaiiclschaften aussehen; und grün ist es, smaragdgrün, wie kein anderes Land auf Gottes Erde. Die Hampshire „Dowus" um Winchester, wo unser Camp lag, ist ein stilles Paradies. Dort verbrachten wir die Tage und gaben unseren Kameraden Unterricht in jenen militärischen Fächern, in denen sie noch nicht bewandert waren. Viel hatte ihnen nicht mehr gefehlt. Lord Derby halte ich die Wahrheit berichtet: das ganze Bataillon sprach mit Bewunderung von ihrem Schießen und ihrem Bajonettdrill. Es blieb hauptsächlich nur noch eines, sie die Kunst des Kommandierens zu lehren: Carmel zwang sie, von einem Flügel, zu dessen Fuß ein Bach lloß, einen anderen gegenüberliegenden Hügel durch Rufen zu erreiche», damit sich bei ihnen eine weit hörbare Stimme herausbilde — „a good word of command**. In anderen Stunden lernten sie die Elementarbegriffe der Taktik, zeichneten topographische Karten, und organisierten Feldübungen. Sie erhielten nicht nur das Unterofßzierstraining, sondern sogar zum Teil Kadettenbildung. Eine kleine „Kommission" von Hebraisten arbeitete dann eine hebräische Drillkommando-Terminologie aus, welche später von unserem Bataillon der Palästina freiwilligen und noch später, in einem unglücklichen Zeitpunkt, von der Selbstschutzlegion in Jerusalem angenommen wurde. Es waren liebe, kluge, reine und brave junge Leute. Viele von ihnen leben heute in Palästina; für die anderen hat das dankbare Volk Israel keinen Platz in Altneuland gefunden, und ich treffe sie auf meinen Reisen überall in der Diaspora zerstreut. Und einige liegen auf dem Ölberg unter einem Davidzeichen begraben. In Whiteehapel wußte man bereits, daß „die Legion kommt". In einer Versammlung des zionistischen Komitees hatte Sokolow selbst