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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. 291

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-05-01
Page
291 (sequence 1)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN Erinnerungen aus dem Weltkriege von Wl. Jabotinsky Nachdruck, auch auszugsweise, verboten — Copyright 1928 by Wl. Jabotinsky, Paris Autorisierte Übersetzung aus dem Jiddischen (4. Fortsetzung) VII. General Smuts — ^$Zer wird Kommandant der Legion? — Trumßeldor reist nach Rußland — Die Idee des „Chaluz" — Dienstpflicht für russische Emigranten — Das jüdische Regiment — Beginn der Rekrutierungshamfiagne — Noch einmal l^lr. Tschitscherin Captain Amery ruht noch immer nicht und ich erledige ein Interview nach dem andern. Fast jeden zweiten Tag muß ich von Winchester nach London fahren. Das verschafft mir eine komische Würde im Bataillon. Die englischen Sergeanten wollen mich als Soldaten nicht mehr ernst nehmen. Während man hin und her rennt und den strohgefüllten Sack, der den Feind darstellt, mitten ins „Herz" stechen muß, mein Bajonett aber sich in den „Magen" verirrt, — sagt der Sergeant: ,,Fiir die Front minder tauglich, aber all right für Whitehall." Und wenn man auf dem Exerzierplatz aus der Ferne einen Orderly- Room-Clerk bemerkt, der eilig und tutend auf uns zusteuert mit einem dunkelgelben Kuvert in der Hand, meint der Sergeant: „Wahrscheinlich wieder ein Telegramm für Mister Jug-of-whisky". (So sprechen sie meinen Namen aus. Es ist leichter und hat auch einen angenehmen Klang, der an Gottes gute Gaben erinnert und auch eine Anerkennung in sich birgt für meine bescheidene, immerhin aber ganz ernste Stellungnahme in antiprohibitionistischer Richtung.) „Man muß Ihnen irgend eine Charge geben", sagt Colonel Pownall. „Der Sergeant-Major des Regiments (der wirkliche Chef, der Selbstherrscher, der Papst, der Kaiser des Bataillons!) sagt mir, daß Sie ein guter Musketierinstriiktor sind." „Yes, Sir", entgegnete ich bescheiden — „der Brille wegen schieße ich schlecht, aber — ich verstehe das Schießen." Das Hindernis besteht aber darin, daß es für Freiwillige in bezug auf die Löhnung kein Avancement gibt. Schließlich ernennt er mich zum Unpaid-(Titular-) Lance-Sergeant. „Unpaid" stört mich nicht. Ich schicke noch von Zeit zu Zeit Korrespondenzen nach Moskau, und die gute Zeitung honoriert sie. Freund Günzburg, der Vertreter des „Karmel" in London, schickt mir zehn Flaschen Wein, ich spende sie der Sergeantenmesse und sitze „wie ein Graf" an demselben Tisch, den

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