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Menorah · 1928-05-01 · Heft 5 (Mai 1928) · p. Seite 281

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 5 (Mai 1928)
Article
Die Musik der antiken Juden
Date
1928-05-01
Page
Seite 281 (sequence 10)
Language
German
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DIE MUSIK DER ANTIKEN JUDEN 281 gefeiert oder verkündigt. Und alle Einteilungen, die uns verstandesmäßig anmuten, sind nichts anderes als der Niederschlag der rein psychischen Grundformation: eben der Musikalität. Das andere haben wir schon bei dem Triumphlied berührt. Auch jene Belegstellen sind hier einzureihen. Die Instrumentation ist dabei gewiß nicht rein zu scheiden. Es hieße auch einen Mechanismus konstruieren, wollte man dies tun. Es gilt nur das Schwergewicht festzustellen. Wir wissen zum Beispiel aus Anmerkungen, daß einzelne Psalmen mit Pauken begleitet wurden. Aber die Hauptinstrumente des Gottesdienstes waren doch Harfen, Psalter, Zithern. Sehen wir dagegen den Gebrauch der Saiteninstrumente an, vorzugsweise des Kinnor und Nebal, und den Gebrauch der Flöte, so haben wir schon den schroffen immanenten Gegensatz, der mit dem Klagelied korrespondiert. Hier ist alles nach innen gerichtet, nach dem Verkehr mit Gott, nach dem Schmerz und nach der Tragik. Die Musik ist verinnerlicht. Es werden nur vergeistigte Klangsymbole verwendet, Instrumente, deren Musik nicht in die Weite wächst, sondern in die Tiefe. Es ist auch hier der Kontrast der jüdischen Psyche. Beides ist Raumüberwindung. Aber das eine schafft sich Klangphänomene, die über den Raum hin weg gehen, das andere, die über den Raum hinaus gehen. David, der Harfenspieler, hat die altjüdische Tempelmusik begründet. Der Fall ist symbolisch. Vielleicht war David der größte alttestamentarische Musiker, wie er der größte Lyriker war. Daß die Harfe sein Instrument war und geblieben ist, macht uns die Anordnungen im Tempel verständlich. Mit der Zurückbringung der Bundeslade aus dem Kampf mit den Philistern beginnt die Gründung der Tempelmusik. „Und David sprach zu den Fürsten der Leviten, daß sie aus ihren Brüdern die Sänger bestellten mit musikalischen Instrumenten, mit Harfen, Leiern und Zimbeln, damit hoch ertöne der Klang der Freude." (2. Chron. 15.) „Und so wurden die Sänger Heman, Asaph und Hethan bestellt mit hellklingenden ehernen Zimbeln; Sacharja aber und Oziel und Semiramoth und Jehiel und Ani und Eliab und Messias und Benaja mit Psaltern nachzusingen, und Mathathias und Eliphalu, Mikneja, Obededom und Jehiel und Asasia mit achtsaitigen Harfen vorzusingen." Damit war die Tempelmusik begründet. Die Trompeter, die nach anderen Bibelstellen noch hinzukamen, waren nur zur rhythmischen Unterbrechung der Musik da. Die Tempelmusik bestand also im wesentlichen — wenn wir von der Volksmusik absehen — aus

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