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Menorah · 1928-04-01 · Heft 4 (April 1928) · p. 223

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 4 (April 1928)
Article
Nachrichten über Heine
Date
1928-04-01
Page
223 (sequence 2)
Language
German
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„ 7/ein es Krankenzim ten* der deutschen und französischen Literatur treten hier auf, als Helden und Liebhaber, Narren oder Intriganten; jeder hat sein Stichwort, tiefsinnig, übermütig, witzig, boshaft und immer wirksam." Aber nimmt man auch nicht alles voll — man erkennt doch deutlicher, als aus dem bisherigen gesamten Schrifttum von und über Heinrich Heine ihn, um den sich dieser Reigen der Eitelkeit und Verehrung, der Liebe und Neugierde, des Mitgefühls und der Tratschsucht dreht — erkennt ihn besser, der ein Dichter war und ein Possenreißer, Lyriker und Ersinner von Schlagern für die Abendgesellschaft, Philosoph und Journalist. Holen wir uns aus dem lebensvollen Heine-Buche, mit dem man nicht fertig wird, einiges Widerspruchsvolle, aber deshalb für ihn doch sehr Bezeichnende hervor, das dem längst geschriebenen, immer wieder fortgesetzten und noch nicht abgeschlossenen Traktat „Heine, der Jude" einzuverleiben ist. Der wenig glaubwürdige, nicht gerade saubere Saphir berichtet nach einer Begegnung mit Heine zu Frankfurt im Jahre 1827: „Heine sträubt sich mit Händen, Füßen, er" (Zeitgen, Stich) Federn und Liedern dagegen, daß er ein Jude ist, er spricht nur von seinen jüdischen ,Voi fahren1, die Juden waren. Ist das nicht kleinlich von einem so großen Geist, ist das nicht dumm von einem so klugen Kopfe?" — Heinrich Laube hingegen notiert, er habe in dem Jahre engen persönlichen Verkehrs (1839/40) Heine zu beeinflussen gesucht, eine gewisse nervöse, stets Verfolgung witternde Unruhe zu bekämpfen. Heine rief: „Wie kann ich aus meiner Haut, die aus Palästina stammt und welche von den Christen gegerbt wird seit achtzehnhundert Jahren! Das Taufwasser hat daran nichts verbessert und der Ausdruck ,ewiger Jude4 hat tausendfache Bedeutung!" Aber wenn man sich hinwiederum an Arnold Rüge hält, hat Heine nie daran geglaubt, daß seine Haut aus Palästina stammt, oder zumindest eine kurze Spanne Zeit später durchaus vergessen, daß er je in ihr gesteckt hat. Als er sich nämlich anno 1844 anläßlich einer Aussprache mit Rüge recht heftig gegen andere Juden äußerte und unser Gewährsmann das Wörtchen „Familienzwist?" dazwischen warf, soll Heine pikiert gesagt haben: „Ich bin kein Jude und bin nie

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