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Menorah · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 175

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Article
Vom Nil zum Jordan
Date
1928-03-01
Page
Seite 175 (sequence 11)
Language
German
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VOM NIL ZUM JORDAN 175 V. Episoden: Besuch aus Palästina — Im Propaganda-Departement — Begegnung mit Tschitscnerin — Col. Patterson in London Es würde zu weit führen und es wäre zu langweilig, wollte ich hier einTagebuch über jene beiden Jahre veröffentlichen—bis zu jenem Tage des Sommers 1917, als in der offiziellen „London Gazette" der Befehl, ein jüdisches Regiment aufzustellen, erschien. Ich werde bloß einige Episoden herausgreifen: einige von ihnen als Etappen, die den ganzen Weg charakterisieren, andere den Figuren zuliebe, die in ihnen auftreten: Figuren, von denen manche später eine Rolle in der Welt gespielt haben, zumindest aber in unserer Welt. Im allgemeinen jedoch halte ich diese Serie von Episoden für eine illustrative Antwort auf jene Frage, die man heute so oft in zionistischen Versammlungen vernimmt: Wie kann man eine sich weigernde Regierung „zwingen"? Mit Drohungen? Indem man mit der Faust auf den Tisch schlägt? Mit „Stentorstimme"? Nein, meine Herren, wenn eine Regierung „nicht will" — verhält man sich ruhig und höflich, aber man nimmt ihre ablehnende Antwort ganz einfach nicht zur Kenntnis: man geht weiter, schafft sich da und dort Verbündete, bis die Regierung sich „gezwungen" fühlt und sogar damit zufrieden ist, daß man sie „gezwungen" hat. An einem Winterabend, halb verschneit, halb verregnet, klopfte jemand an meine Tür, und herein trat ein sehr ärmlich gekleideter junger Mann, der mir ein schmutziges Stück Papier überreichte. Auf dem Papier erkannte ich die Schrift eines Freundes, der in Jaffa geblieben war. Dort stand auf Hebräisch: „Das ist Harry First. Du kannst ihm vertrauen." Harry First sagt: „Ich komme aus Palästina. Die dortigen Arbeiter haben vernommen, daß Sie eine jüdische Legion gründen wollen. Sie beauftragten mich, zu Ihnen zu reisen und Ihnen mitzuteilen, daß sie für Sie Partei nehmen. Sie mögen sich nur nicht einschüchtern lassen. Dies ist der erste Punkt. Der zweite ist, daß ich Ihnen zur Verfügung stehe. Ich spreche jiddisch und englisch, bin Mitglied der Poale Zion und kenne Whitechapel. Und nun, was fordern Sie von mir?" „Gehen Sie nach Whitechapel und sprechen Sie mit den jungen Leuten", entgegne ich. Er steht auf und geht.

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