Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Article
- Pariser Brief
- Date
- 1928-03-01
- Page
- 162 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Abb. 2. A. Kosloff Die Verlassenen Kontakt mit clor eigenen Volksgemeinschaft unterbrochen ist. Wenn ich an Künstler wie Feder oder Kisling mit einem Zentimetermaß herantrete, sehe ich, wie unzulänglich unsere Maßstäbe sind, denn die Erfahrungen, die wir an den jüdischen Künstlern machen, sind zu vielgestaltig, um in ein Schema, eingezwängt zu werden. Aber die Anforderungen, die das Leben an unsere Künstler stellt, sind eben auch mannigfaltig. Sie leben oft gar nicht in dem eindeutigen Gegensatz von jüdischem Innenleben und fremder Umgebung, andere Probleme haben diesen gemildert oder verdrängt, so daß er bereits sehr sublimiert ist. Es ist zum Beispiel gar nicht so unwesentlich für die Haltung eines Feder oder Kisling, daß sie. bereits französische Staatsangehörige geworden sind, Orknva und Luischanski sind es auch. Muß man sich wundern, wenn es einem schwer wird herauszufinden, was das jüdische in den palästinensischen Arbeiten, von Adolph F e d e r ist? Er war in Palästina im .Innre hat Juden und Araber sehr schön gemalt, das Musee du Luxembourg hat eine Araberin von ihm abgekauft (Abb. 4). Die nationalpsychologische Analyse ist noch nicht so weit gediehen, um künstlerische Qualitäten als Rasse- und Volkseigen lümlichkeiten mit einer sicheren Handhabe zu deuten; gerade, weil man in den palästinensischen Werken Feders besondere Eigenschaften sucht, enttäuschen