Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Article
- Dokumente zur Geschichte der Juden in Polen
- Date
- 1928-03-01
- Page
- 135 (sequence 1)
- Language
- German
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MENORAH VI. JAHRGANG MÄRZ 1928 NUMMER 3 Dokumente zur Geschichte der Juden in Polen Zusammengestellt durch Majer Bai ab an Fortsetzung aus Menorah, V. Jahrg., Nr. 6/7 5. AUFRUF DES OBERSTEN DES LEICHTEN JÜDISCHEN REITERREGIMENTES BEREK JOSELOWICZ AN SEINE GLAUBENSGENOSSEN (Luninski: Berek Joselowicz i jego syn. Warszawa 1909, S. 116—117) Excerpt. Höret ihr Söhne des Stammes Israel! Wer den Namen des Ewigen im Herzen trägt und für das Vaterland zu kämpfen geneigt ist, möge wissen dass eben jetzt dafür die Zeit kam! Nun sollet ihr in den Adern neues Blut bekommen, da unser altes durch giftige Schlangen uns im Laufe der Jahrtausende ausgesaugt wurde. Auch kommt es uns jetzt leichter, da unser Vormund der Führer Tadäus Kosciuszko alle Hebel in Bewegung setzt um ein jüdisches Reiterregiment zu organisieren. Er hat dazu die Fähigkeit und ein gutes Herz, wie auch einen lieben Sinn allen Nächsten gegenüber. Er wurde zum Führer erwählt..... Nun wollen wir — liebe Brüder — kämpfen, so lange noch ein Tropfen Blut in unserem Herzen da ist und wenn auch wir den Sieg und die Freiheit nicht erleben sollten, dann werden unsere Kinder ein freies Leben in diesem Lande führen. Erwachet nun wie Löwen und Leoparde und mit Gottes Hilfe werden wir den Feind schlagen... Warschau 1. Oktober 1794. Berek Joselowicz, Oberst. 6. VERTRAG DER LEMBERGER JUDEN MIT DEM DOM- KAPITEL IM JAHRE 1611 (Balaban: Die Juden in Lemberg um die Wende des XVI. und XVII. Jahrhunderts. Lemberg 1906. Annex Nr. 62). Praelati, canonici und der ganze Domkapitel in Lemberg thuen Kund unseren Nachfolgern und allen, denen es zu wissen geziemt und die unsere Bestimmung lesen werden, wie folgt: In Lemberg wurde ein Jesuitenkoleg gegründet und dadurch sind die Einnahmen unserer Metropolitanschule bedeutend gefallen. Nachdem wir mit dem lemberger Stadtrath, als unseren Verbündeten, über die Sache berathen und Mittel gesucht, wie unsere Schule zu erhalten und zu retten, da beschlossen wir die Juden einzuladen und ihnen anzutragen, damit sie der guten Nachbarschaft halber und behufs Besserung des gegenseitigen Verhältnisses, die Abgaben, die sie bis nun an die Katedralschule