Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 6 (1928)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1928)
- Article
- Kunst und Gemeinde
- Date
- 1928-02-01
- Page
- Seite 123 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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KUNST UND GEMEINDE 123 Arch. Hugo Garge Entwurf für einen Tenipclbau in Wien (llietziny) mögen unserer Künstler unmittelbar dartun. Wir zeigen diesmal ein Modell jenes Theaters, welches Oskar Strnad zur Zeil für Willem Royaarcls in Amsterdam erbaut, wo er sich durch seine Beteiligung an der Internationalen Ausstellung für Bühnenwesen und dann durch die Inszenierung von Dantons Todki einen solchen Ruf erworben hat. daß man — trotz der vielen hervorragenden Architekten, die Holland heute besitzt — ihn, den Ausländer, mit dem Bau des Schauspielhauses betrauthat; wir zeigenfernereines der beiden Wohnhäuser, die Josef Frank — als einziger Vertreter Österreichs, eingeladen vom „Deutschen Werkhund" — im vergangenen Sommer innerhalb der Mustersiedlung am Weißenhof bei Stuttgart errichtet hat; wir zeigen weiters eine kürzlich vollendete Villa von Waller Sobotka aus dem Wiener Cottage und endlich einen Entwurf für den Hietzinger Tempel von Hugo Gorge. von dem in diesen Blättern schon einmal die Rede gewesen ist. Das sind, wie man leicht einsehen wird, weit auseinanderliegende Proben von sehr verschiedenem Zweck und Charakter. Eben deshalb wurden sie gewählt. Denn es sollte die ganze Spanne der Interessen und Fähigkeiten unserer Architekten angedeutet werden, eine Spanne, die vom Alltäglichen bis zum Festlichen reicht und doch immer bei der Sache, das heißt bei reinen Räumen bleibt. Man wird danach erwarten dürfen, daß sie jede neue Aufgabe nach ihrem Wesen erfassen und gut oder gar edel, jedenfalls lebendig verwirklichen werden. Trotzdem, trotz dieses solennen Vorrates an gestaltenden Kräften, wie er sich ähnlich zu einer Zeit, an einem Orte kaum jemals vorher im Verlauf der jüdischen Geschichte dargeboten hat, ist alles beim allen geblieben. Bis heute hat die maßgebende Organisation des Wiener Judentums von dieser Künstlerschafl einfach keine Notiz genommen. Zu einem Teil aus Unwissenheit, zum andern aus Gründen des Ge-