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Menorah · 1928-02-01 · Heft 2 (Februar 1928) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 2 (Februar 1928)
Article
Das Judenviertel
Date
1928-02-01
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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108 MENORAH Florenz: Hof im Ghetto Auskunft geben könnten. Von ganz besonderem Werl wird immer eine genaue Untersuchung der Siedlungsart und der Form der Siedlung sein. Iis muß vor allem festgestellt werden, ob die Judensiedelung wirklich zur Zeil ihrer Umstellung in der ürlsanlage enthalten war, ob ursprünglich eine direkte Abtrennung vom Ort vorbanden, und ob sie forlifikalorisch ausgebaut war. Die Namen der Befestigungen, der Straßen und Höfe des Ghettos und deren Anzahl, Ausdehnung und Aufteilung (Grundriß) der ganzen Anlage sowie ihr Aussehen (Ansicht) werden das Vorhandene oder vorhanden Gewesene zuweilen genauer erklären. Die unlcr Umständen sehr verwickelte politische Zugehörigkeit erhellt oft sonst unverständliche Zusammenhänge, die dem geschichtlichen Resultat auch unter veränderten Umständen noch ihren Stempel aufdrücken. Schließlich wären noch die Inschriften zu berücksichtigen, und zwar die, welche sich auf das ganze .Judenvierlel und die, welche sich nur auf einzelne jüdische Bewohner beziehen. Was sich von den Bewohnern und der Art der Benützung ihrer Wohnungen feststellen läßt, was von den Barden selber (Krbauung, Umbau, Renovation, Zerstörungen), ihren Bau meistern, deren Tätigkeit und Herkunft zu ermitteln ist, dies alles wird das wirkliche Bild einer alten Judensiedelung abrunden und ergänzen können. Werden und Vergehen der Judenvierlel ist ursächlich verknüpft mit den Gegebenheiten des Tages, abhängig von seinen Forderungen und durch kein Wollen außerhalb dieser Möglichkeiten zu erhalten und zu schaffen. Die Bedingungen in der Vergangenheil zu studieren, heißt die Zukunft vor allen Irrtümern bewahren, soweit nicht veränderte Zeilen neue und in ihrer Auswirkung unbekannte Aufgaben stellen. l) Es sei hier auch an die Absehtießung der Patrizier in festen Häusern erinnert, deren fort'Aleatorischer Charakter ebenfalls häutig dem feiiulLiehen Verhalten anderer Bew ohner der Stadt zuzuschreiben sein dürfte. a) Bei dieser Gelegenheit scheint es ajöti«jrr die Folgen des bekannten kanonischen Verbots des Zinses auch einmal umgekehrt zu weiten; der Jude konnte in einer wichtigen Funktion des Wirtschaftslebens eine Position linden. In anderen Zeiten, unter anderen V erhältnissen und anderen Berufsarten scheint die Sachlage weniger hart, steht alnr immer unter der gleichen Gesetzmäßigkeit. a> Auch die großen Probleme der Gegenwart und ihre verschiedenen Lösungsversuche bedürfen der Aveitesten Elicksiclitnahme auf die vorhandenen Möglichkeiten unter Außerachtlassungjedes sachlichen und ideel lenZwangs, sollen Resultate von Dauer erzielt werden. 4) Jede Phase, bezw. jede Veränderung bedarf der sorgsamsten Abteilung, sollen vermengende i'bev&ehueldimgen verhütet werden.

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