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Menorah · 1928-01-01 · Heft 1 (Januar 1928) · p. Seite 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 1 (Januar 1928)
Article
Camille Pissarro
Date
1928-01-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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28 MENORAH S i g n a c sprechen — „frappiert von diesen Schnee- und Eislandschaften... Sie stellen fest, daß dieses prachtvolle Ergebnis nicht durch einfaches Weiß erzielt ist, sondern durch eine Anzahl verschiedenfarbiger Flecken, von denen einer neben den anderen gepinselt wird, um, aus einer gewissen Entfernung gesehen, die gewollte Wirkung zu erreichen/' In London lernte Pissarro auch Durand-Ruel kennen, den großen Kunsthändler, der dann die Impressionisten (und mit ihnen Pissarro) durchsetzen sollte. Nach der Kommune kehrt Pissarro nach Frankreich, in sein leeres Haus in Louveciennes, zurück. Aber die Landschaften, die er hier so gern gemalt hatte, befriedigen ihn nicht mehr. Er studiert das ländliche Leben, die Gebärden der Bauern, Er malt — ganz ohne Zwischentöne — und findet, durch Durand-Ruel und Theodore D u r e t lanciert, Anerkennung. Auch der pere Tanguy, Gauguins nachmaliger Patron, verkauft jetzt Bilder Pissarros. Nichtsdestoweniger kommen auch schwere Zeiten, aber gute Kameraden entschädigen für manches finanzielle Unheil. Pissarro malt mit Cezanne, aber — er verträgt sich nicht mit ihm. Dann, im Jänner 1874, ist der große Erfolg da. Im Zug einer Versteigerung bei Drouot steigen Pissarros Bilder bis zu 950 Francs. Das ist — für die damalige Zeit — ein geradezu unwahrscheinlicher Preis. Der Erfolg ist nicht nur finanziell groß, die ganze bisher verlachte Schule der Impressionisten hat sich durchgesetzt, wird MarksteininderGeschichtederKunst. Die Schule hat sich durchgesetzt — es folgt die bekannte Loslösung von der offiziellen Kunst. Die Unabhängigen sind zur Welt gekommen. Zehn bittere Jahre sollten folgen, bis die Impressionisten offiziell anerkannt wurden. Hier weiter Pissarros Geschichte geben zu wollen, hieße die des Impressionismus aufwärmen. Hier ist weder der Ort, noch Raum dafür. Notieren wir im Werk noch zahlreiche Lithographien, Radierungen, Pastelle, Aquarelle, Gouachen, die, dem Augenblick entsprungen, jetzt der Ewigkeit dienen; notieren wir im Leben die Geburt eines zweiten Sohnes (beide sind Maler geworden). Sieben Bilder haben ins Luxembourg Eingang gefunden. Er schien sehr alt werden zu sollen, das Schicksal wollte es anders. Ein innerer Abszeß machte seinem Leben am 13. November 1903 ein Ende. Man hat ihn auf dem Friedhof der Großen, dem Pere-Lachaise, begraben. Ein edles, ein kampfreiches Leben war erloschen.

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