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Menorah · 1928-01-01 · Heft 1 (Januar 1928) · p. 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
6 (1928)
Issue
Heft 1 (Januar 1928)
Article
Camille Pissarro
Date
1928-01-01
Page
25 (sequence 1)
Language
German
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CAMILLE PISSARRO Von Josef KaJmer In kaum zweieinhalb Jahren, am 10. Juli 1930, wird man den hundertsten Geburtstag eines Malers feiern, der — die Geschmackserneuerung und Fortbildung der Mitweit hat dies Urteil gefällt — zu den ersten und besten Impressionisten gehört und manchem Großen der Malerei, Gauguin zu nennen sei mir hier verstattet, als Lehrer und Kamerad gedient hat. Das ist dem Camille-Jacob Pissarro hoch anzurechnen, der in Saint-Thomas geboren wurde, einer dänischen Westindien-Insel, deren kulturelles Element fast nur aus Juden bestand. Sein Vater, ein französischer Jude, aber wohl portugiesischer Abstammung, hatte eine Kreolin zur Frau: diese Blutmischung kann auf den Künstler im Sohne des Kurzwarenhändlers, der das Geschäft seines Vaters erlernen sollte, nur befruchtend gewirkt haben. S a v a r y, ein Pensionsinhaber in Passy vor Paris, sollte den Zwölfjährigen in seine Obhut nehmen, in Frankreich, dessen Himmel zwar anders war als der der Antillen, weniger glühend, aber über einem Lande gewölbt, das bis zu jener Zeit immer das erste gewesen war, galt es den Fortschritt der Menschheit. Sechs Jahre blieb Camille bei Herrn Savary, der acht Jahre vorher schon einen später illustren Gast beherbergt hatte: Charles Meryon. Herr Savary selbst lehrte seine Schüler das Zeichnen, er galt als Künstler, zumindest aber durfte er sich der Verwandtschaft des hoch im Kurse stehenden Landschafters Auguste Savary rühmen. Ob nicht dieser Zufall dazu beitrug, den Jungen zum leidenschaftlichen Zeichner zu machen? War es nicht wieder der Zufall, daß Savary gern in der freien Natur, „vor dem Motiv", zeichnete, der spätere Bilder Camille Pissarros so mit Licht erfüllen sollte? Was immer in der Seele des Siebzehnjährigen vorgegangen sein mag, er war nicht erfreut, als sein Vater ihn 1847, dem Vorjahr der großen Bürgerrevolution Europas, in den Kurzwarenhandel zurückrief. Aber auch in Saint-Thomas, wenn auch in seiner Zeit eingeschränkt, setzte Camille sein Werk fort, ein Sonntagszeichner, wie sein nachmaliger Schüler Gauguin es vor seinem fünfunddreißigsten Lebensjahr gewesen war. Nur daß sich hier der umgekehrte Weg vollzog: Camille kam aus den Tropen, Paul Gauguin sollte erst nach seiner Zermürbung durch die Zivilisation dorthin gehen. Pissarro konnte und wurde

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