Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Judaica im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek [Mainz]
- Date
- 1927-12-01
- Page
- 797 (sequence 1)
- Language
- German
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JUDAICA im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek ür die Kölner Jahrtausend-Ausstellung der Rheinlande hallen I Stadtarchiv und Stadtbibliothek auf die Bitte der Ausstellungsleitung hin alles aus ihrem Bestand zusammengesucht, was zu einer Illustration der Geschichte der Juden in Mainz hätte dienlich sein können. Was unser kenntnisreicher und unermüdlicher Oberbibliothekar Prof. Dr. Heinrich H e i d e n h e i m e r in wochenlanger Arbeit zusammengestellt hatte, wanderte im Frühjahr des Jahres 1925 rheinabwärts nach Köln, um dort die jüdische Abteilung der Jahrtausend- Ausstellung zu vervollständigen. Leider aber kam damals in Köln ein so reiches Material zusammen, so daß die zur Verfügung gestellten Räume nicht ausreichten, um von den Mainzer Stücken eine größere Anzahl zur Schau zu stellen. So kam unsere Sendung, zum größten Teil ungezeigt und unbenutzt, wieder nach Mainz zurück. Doch wäre es zu bedauern gewesen, wenn die große Arbeit Heiden - heimers vergeblich getan wräre; denn das von ihm zusammengestellte Material zur Geschichte der Juden, das sich in Verwahrung des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek in Mainz befindet, verdient bekannt gemacht zu werden, damit es von der Forschung benutzt wird. Deshalb ergreifen wir gern die uns gebotene Gelegenheit, das Verzeichnis dieses Materials in der Mainzer Sondernummer der Zeitschrift ,,Menorah" veröffentlichen zu können. Das Schicksal hat es gewollt, daß die Geschichte der Juden in Mainz nicht immer von frohen Festen zu berichten weiß. Das jahrhundertelange Ausgeschlossensein von den Rechten und Pflichten der christlichen Umgebung lag schwer auch auf der Mainzer Judenschaft. Wiederholt zeugen die Akten von dem Fanatismus, der sich mit blutroten Erinnerungsmalen unauslöschlich in die Geschichte der Juden eingetragen hat. Die Gemeinsamkeit mit den Märtyrern des Mittelalters, die um ihres Glaubens willen Hab und Gut, ja Leib und Leben lassen mußten, darf die heutigen Anhänger der jüdischen Religion mit berechtigtem Stolz erfüllen. Und weiterhin liegen zahlreiche Zeugnisse vor über das Streben der Mainzer Juden, in der Arbeit an den allgemeinen Kulturaufgaben der Menschheit mit der christlichen Bevölkerung zu wetteifern. Die