Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Mainzer Minhogim
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 791 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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MAINZER MINHOGIM 791 Dir.hlnn wwb] ^2 -phlnn nrpnM naiai t^ntplnn d^tdM jitpSm SStnlnn D*wi[p] mpm Aus dieser Anordnung ergibt sich dann — durch die in [ ] gedruckten Buchstaben auch leicht erkennbar — jeweils das Akrostichon des Namens unseres Stammvaters Isaak und unserer Stammutter Rebekka. — Sämtliche Mainzer D^iTSÖ wurden von Jonas Bondi (geb. am 15. IX. 1817, gest. am 17. XI. 1896), einem Urenkel des Mainzer Oberrabbiners Herz Scheuer, zusammengestellt und sind zu finden in dem im Jahre 1862 bei J. Lehrberger und Co. in Rödelheim erschienenen nes nBti> "mo, J. Jonas. Alte Mainzer Synagogen-Gesänge In der allehrwürdigen Gemeinde Magenza pulsiert noch ein viele Jahrhunderle altes Chasonus in seiner Ursprünglichkeit. Es sind mit großer Wahrscheinlichkeit dieselben liturgischen Gesänge und Rezitalive, die der auch als Sänger berühmte Scheliach zibbur Maharil in seiner Vaterstadt Mainz vorgetragen hat. Da er selbst gleich anderen anerkannten Talmide chachomim in seinen hintcrlasscnen Schriften den Ausspruch getan hat, daß man an den herkömmlichen Nigunim nichts ändern solle, wachte man am Orte seiner langjährigen, segensreichen Wirksamkeil mit peinlichster Sorgfalt darüber, daß dem auch so geschah. Wie sich die Gepflogenheit bis auf den heutigen Tag erhallen hat, daß an gehobenen Tagen der jeweilig amtierende Rav selbst nach stattgefundener Vorlesung die heilige Thora in den heiligen Schrein zurückbringt, und zwar nach dem Vorbilde seines großen Kollegen Maharil aus alter Zeil, so hat sich auch das Mainzer Chasonus von Generation zu Generalion mündlich fortgepflanzt. Die jüdischen Hochschulen zu Mainz zierten im Laufe der Jahrhunderle viele angesehene Pailanim (Dichter jüdischer Gebete und Gesänge). Das im Machsaur von Kol nidre befindliche Pijul „J aale h" stammt aus der Feder des berühmten Mainzer Pailan Rabbenu Schimaim ben Rabbi Jizchock, auch Rabbenu Schimaun hagodaul genannt. Die hiefür in Mainz übliche Melodie hat der Unterzeichnete aus dem Gedächtnis niedergeschrieben, um damit ein Beispiel aus dem reichen Schatz von Mainzer Nigunim zu bringen. Wie schon angedeutet, läßt man dem Mainzer Chasonus auch heute noch die liebevollste Pflege angedeihen. Ehrerbietung gegen sein hohes Alter, etwas Lokalpatriolismus und nicht zuletzt seine einschmeichelnden Melodien mögen dabei bestimmend sein. Eine große Anzahl von Synagogenbesuchern beherrscht es zum mindesten in Gedanken und freut sich auf die von Jugend her bekannten Weisen; eine Einschmuggclung fremder Melodien ist dadurch fast unmöglich gemacht. Dem von außerhalb stammenden Berufschason bleibt keine andere Wahl, als die Preisgabe des Ergebnisses seines vielleicht langjährigen Studiums von Nigunim anderen Genres und Erlernung der einheimischen. Trotz des festgefügten Rahmens an vorgeschriebenen Melodien verbleibt dem verständigen Künstler noch Spielraum genug zur Verfügung, dem Ganzen den Stempel seiner Persönlichkeit aufzudrücken. Zu dem unten folgenden Beispiel aus dem Mainzer Chasonus sei noch folgendes bemerkt. Um die Melodie in ihrer Anordnung schon auf den ersten Blick versländlich zu machen, ist versucht worden, dem Ganzen eine Takleinteilung unterzulegen, was allerdings nur durch ein häufiges Wechseln des Taktmaßes möglich war. Das ist schon durch die Führung der Melodie selbst bedingt die durch zahlreich eingelegte und weit ausgedehnte Melismen frei gebildet ist. A. O-fefyenTieimer.