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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. 790

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Mainzer Minhogim
Date
1927-12-01
Page
790 (sequence 1)
Language
German
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MAINZER MINHOGIM In der hervorragenden Stellung der p"p, die sie infolge ihres jüdischen Geisteslebens Jahrhunderte hindurch unter den übrigen Städten des Rheinlandes eingenommen hat, mag es begründet liegen, daß sich seit altersher in dieser Stadt D^JUC, das sind religiöse Bräuche innerhalb des Gebetrituals, herausgebildet und erhalten haben. Es kann und soll sich in diesen Ausführungen nicht um eine Aufzählung der einzelnen, recht vielen DVflJtt handeln, sondern nur um den Versuch, den tieferen Sinn der hier angeführten wenigen Bräuche zu zeigen, die unter dem Gesichtspunkt der Bedeutung ihrer Form betrachtet werden sollen. In Mainz besteht z. B. folgender JMJtt t „An allen DlfDtP und D'OIB D*tt\ an welchen nach der leisen JVtfTtP mSeM keine O^üVS gesagt werden, wird bei der Wiederholung der fiSöM an Stelle des t£HpJ mit ^Sfl^ begonnen." Warum, so müssen wir uns fragen, nahm man am Anfang der MCHp diese Änderung vor? Offenbar doch nur, um hiedurch den M3C und S3'T vor dem Wochentag, an dem ja jede nt^Hp mit £HpJ beginnt, besonders auszuzeichnen und mit diesem Hinweis die Bedeutung des Tages zum Ausdruck zu bringen. Der gleiche Gedanke scheint auch dem zugrunde zu liegen, daß „vor """Hj ^2 sich drei Männer von den Würdigsten in der Gemeinde neben den Vorbeter stellen sollen". Mit dem Hervortreten dieser „durch den CEC mit ihrem Namen aufgerufenen Männer" sollte jedenfalls der Gemeinde nicht allein die Heiligkeit des Tages vor Augen geführt, sondern auch durch die Automation dieses Kollegiums das Gefühl des j*"C, als Abgesandter, Beauftragter der Gemeinde vor Gott zu stehen, gestärkt werden. Das Seelengedächtnis-Gebet wird nach dem 3m3£ in Mainz in folgender Weise gehandhabt: »M1ECJ rrOTn spricht der Vorbeter sitzend am M2C vor MiyiSC und jedesmal an T M3MD und am und zwar leise und in abgekürzter Weise. Jedoch an M3C vor M1>*12C und Ü"Ö erwähnt er auch die Märtyrer der Gemeinden nach den Aufzeichnungen im ^ÖKE-Buche". Liegt in der silzenden Verrichtung dieses Gebetes nicht auch wieder eine Andeutung, eine religiöse Mahnung, die auf ein trauerndes Gedenken hinweisen will? Daß das Licht ein wirksames Mittel zur Förderung der Andacht und frommer Freude ist, haben schon unsere Vorfahren gewußt, indem sie folgenden 3M3Ö bestimmten: „An POSn und den beiden Tagen von JEp ö^llö zündet man zu M^MC alle Lichter in der Synagoge an wie am Freitag-Abend, außer dem Leuchter über der ME'O-' Wie fein ist hiebei die Auszeichnung des M2C den genannten Tagen gegenüber gekennzeichnet, die wiederum ihrerseits durch das vermehrte Licht aus der Reihe der übrigen Tage hervorgehoben werden sollten! Des weiteren besteht in Mainz ein 3ujÖ „daß es streng verboten ist, zur fV^J-Zeit in der Synagoge Licht anstecken zu lassen". Auch dieser Brauch hat seine psychologische Feinheit und tiefere Bedeutung darin, daß er uns auf die innere Versenkung, das Sehnen und Suchen des in den letzten Stunden des heiligen Tages um Versöhnung bittenden Menschen hinweisen will, der durch eine seine Andacht auch nur kurz ablenkende Handlung nicht gestört werden darf. Schließlich sei noch ein 2hjö erwähnt, der sich unter vielen anderen auf eine gebetstextlichc Änderung bezieht und über den nachstehendes bekannt ist: „ImMECJ-Gebet am M2C und tt"V wird folgende Umstellung vorgenommen:

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