Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1927)
- Article
- Ein Gang durch das Museum Jüdischer Altertümer
- Date
- 1927-12-01
- Page
- Seite 782 (sequence 16)
- Language
- German
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782 MENORAH das ,,17. bis 18. Jahrhundert" bezeugt. Indessen ist ein Meisler AV oder AW in Frankfurt für diese Zeit bis jetzt nicht bekannt. — Zwei weitere Becher kleineren Umfangcs, sogenannte Hawdalah-Becher, sind charakteristische Vertreter ihrer Epochen und von offensichtlich bedeutenden Augsburger Goldschmiedemeistern ausgeführt. Der ältere, ein gedrungener Rokokobecher in kühn gedrehten Längsbauchungen, trägt das Monogramm GS, das nach R3 Nr. 968 dem Goldschmied Gottlieb Satzger angehört, der 1750 heiratete und 1783 gestorben ist. Der Jahrcsbuchstabe P unter dem Pinienzapfen im Beschauzeichen weist nach Ra Nr. 263 auf eine Entstehung zwischen 1761 und 1763. Das jüngere Stück, von einfacher spitzkonischer Forin mit gravierten Zopfgiiianden am oberen Rande, ist mit CXS im abgestumpften Rechleck, nach R3 Nr. 1016 dem Monogramm des Caspar Xaver Stippeldey bezeichnet. Stippeldey war 1766 Meister, 1782 Vorgeher, 1792 Geschworener (?) und starb nach 1809. Die Gestalt des Jahresbuchslabcn H und des Pinienzapfens im Beschauzeichen legt nach R3 Nr. 286 die Entstehungszeil auf 1795 bis 1797 fest. Das zweite Becherchen ist eine Stillung .des Gemeindevorstehers Joseph Cassel aus dem Jahre 1819. Ein schwungvoll gebauchtes Waschbecken mit Kanne wurde von den Erben des zu Bingen verlebten Jakob Joseph Feist aus dessen Verlassenschaf I im Jahre 18(> 1 der Mainzer Gemeinde gestiftet. Das Becken ist mit dem Augsburger Pinienzapfen mit .lahresbiichslnbcn G (?) und dem Meislerzeichen IIB. im oben breiter werdenden Dreieck übereinander gestellt. mit sechsslrahligem Stern darüber im Längsoval, gestempelt. Nach R:1 Nr. 583 ist das Monogramm ^wahrscheinlich" mit Job. Jak. Biller in Augsburg zu identifizieren, der 1746 Meister wurde und 1 777 oder 1774 gestorben ist. Die Kanne ist sicher ursprünglich nicht zugehörig. Das erweist sieh schon aus ihrer komplizierteren und härteren Formcngebung, aus der man zunächst vermuten möchte, daß es sich um Neurokoko aus der Zeit der Stiftung handelt. Indessen ist vielleicht das Meistermonogramm PH im Queroval mit dem bei R3 Nr. 902 angegebenen Augsburger Goldschmied Paulus Huber, der 1729 Meister geworden und 1759 gestorben ist, zusammenzubringen. Ein Beschauzeichen trägt die Kanne allerdings nicht, nur noch den Feingehaltsstempel 13 mit einem undeutlich gewordenen Zeichen (Krone?) darüber im Rund. — Ein gewichtiger Kiddusch-Teller mit getriebener Rocailleornamentik am Rande ist von Gottfried Salomon und seiner Frau Henrielte geb. Levi 1862 gestiftet. Auch er ist Augsburger Erzeugnis. Zwischen den Rocailleornamenten ist als Beschauzeichen der Pinienzapfen mit einem nicht genau zu bestimmenden Jahresbuchstaben (K oder M?) und das Meislerzeichen ED im gerundeten Querschild eingeschlagen. Für dieses Monogramm sind in Augsburg während der ungefähr in Betracht kommenden Zeit nach R3 Nr. 835 und 938 zwei Meister nachgewiesen. Der eine, mit dem Namen Emanuel Drentwet, ist 1679 geboren. 1737 Geschaumeister. 1744 Vorgehcr und stirbt 1753 oder 1755. Der andere, dessen Monogrammschild weniger ein Queroval als ein Rechteck mit gerundeten Schmalseiten vorstellt, kann nach den Jahresbuchslaben seiner Arbeiten noch bis in den Anfang der Sechzigerjahre des 18. Jahrhunderts verfolgt werden. Trotzdem die Form des Meislerzeichens sehr viel eher dem des erstgenannten Meisters vergleichbar ist, möchte man vielleicht geneigt sein, das recht solid gearbeitete Stück wegen der Gestalt und des Fberreichtuins seiner relativ spül anmutenden Dekorationsmotive in die Zeit um 1760 zu datieren und dem länger nachweisbaren Meisler zuzuteilen. Im Tellerspiegel ist noch eine weitere Marke angebracht, die sich nach Rosenberg. 2. Auflage, Nr. 5097 als der Wiener Befreiungsslempel für allere Silberarbeilen in Öslcreich-Vngarn von 1809/10 zu erkennen jjfibl. — Das oben hei der Aufzählung genannte Chamikkaleuchlerchen in Tafelform ist lediglich wegen seiner Emailauflagen und einer entzückend gezeichneten, eingelassenen Achalgemme, darstellend einen Jäger mit Hund einen Hirsch verfolgend auf einer Brücke,