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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 766

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Die israelitische Gemeinde Mainz in der Neuzeit
Date
1927-12-01
Page
Seite 766 (sequence 10)
Language
German
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766 MENORAH 1859 vom Ministerium das Hullen von Leichenreden auf dem Gemeindefriedhofe gestallet. Die Bestätigung Dr. M. Lehmanns als Prediger und Religionslehrer im Sinne der Statuten ist unterm. 11. November 1858 erfolg!. Die Vornahme von Trauungen bei Mitgliedern ist ihm unterm 17. August 1858 vom Ministerium gestattet worden. Die Bezeichnung Rabbiner war damals als Amlslitel geschützt. Nach einer Petition an die Landslände wurde unterm 31. August 1868 dem Prediger, solange sich keine Anstände dabei ergeben, gestaltet, bei Personen, die der Religionsgesellschaft nicht angehören, religiöse Akte, insbesondere auch Trauungen in Mainz vorzunehmen. Das Gesuch um den Titel eines Großherzoglichen Rabbiners wurde unterm 14. Juli 1869 abgelehnt. Im Jahre 1860 stellte die Religionsgesellschaft einen eigenen Schächter an. Zu dem Projekte der Errichtung einer Elementarschule äußerte sich der Gemeindevorsland in zustimmendem Sinne. Die Errichtung einer solchen unter Leitung Dr. Lehmanns wurde unterm 10. Februar 1859 von der Obersludiendirektion genehmigt. Im Jahre 1874 bewilligte die Gemeinde einen Beitrag zu dem Schulgeld armer Kinder, derselbe fiel mit der Enlkonfessionalisierung der Armenpllege 1877 fori. Nach Erlaß des Auslriltsgesetzes vom 10. September 1878 wurde in widerruflicher Weise ein Zuschuß zu den Kultuskoslen von der Gemeinde zugestanden. Seit 1908 besieht unter dem Namen Israelitischer Humanitälsverein dahier ein Belhhamidrasch mit Gebetsversammlungen nach polnischem Ritus; demselben ist eine Talmucl- Thorah angegliedert. Letztere bezieht einen Zuschuß aus der Gemeindekassc. VII. BEVÖLKERUNGSZIFFERN Die Zahl der jüdischen Haushaltungen in Mainz belief sich gegen Ende des Kurstaales auf 104, nach Änderung der staatlichen Verhältnisse hat sich diese Ziffer durch Zuzug sehr bald wesentlich erhöht. Die Seelenzahl hat betragen: 1828 — 1620, das sind 5-3% der Bevölkerung. 1861 — 2665, das sind 5-8% der Bevölkerung. 1871 — 2998, das sind 5-6% der Bevölkerung. 1910 — 2931, das sind 2-5% der Bevölkerung. 1925 — 2738, das sind 2-5% der Bevölkerung. Die Zahl der Haushaltungen belauft sieh auf zirka 825. VIII. GEMEINDEBAULICHKEITEN I. G c in e i n d e s y n a g o g e n. 1. Bis 1840: a) die große Svnagoge, Svnagogenslraße D 408 X»; b) die obere Synagoge, auf dem gleichen Grundslücke; c) die Weisenauer-Synagoge im sogenannten Ladenburgischcn Hause D 418K». Dieses Haus kam im Jahre 1817 in den Gemeindebesitz, lag hinter dem Krankenvereinshau.se, jetzt Eigentum des „Mainzer Anzeiger". 2. Von 1846 bis 1853: Inlerimssynagoge im Ladenburgi.schen Hause. 3. Von 1853 bis 1912: Hauptsynagoge, an der Stelle der unter 1. a) und b) aufgeführten. 4. Seil 1912: Hauptsynagoge, Hindcnburgslraße, erbaut auf dem zu diesem Zwecke mit einem städtischen Zuschüsse von 50.000 Mark aus Gemeindemillein erworbenen Grundstück. H. R e 1 i g i o n s s c h u 1 e. 1. Bis 1886: Im Ladenburgischcn Hause. 2. Von 1896 bis 1912: Im ehemaligen Reichsbankgebäude, Pelerslraße 13. 3. Seit 1912: In einem Anbau zur Synagoge. JH. B a du nd Back h a u s. 1. Margarethengasse Nr. 1, im sogenannten Bau, erbaut von Rose im Jahre 1811 (Baukosten ohne Lokal 4000 11.). 2. Neubau an der gleichen Stelle, 1888 eröffnet. Der darin erbaute „Schaleloi'cn" wurde bald danach wegen zu geringer Inanspruchnahme außer Beirieb gesetzt. IV. Gemeindest ub e. 1. Bis 1846: D 408, neben der Synagoge, in der sogenannten Judcnschule. 2. Von 1846 bis 1860: Im sogenannten Ladenburgischen Hause. 3. Von 1860 bis 1888: In dem 1860 erbauten Anbau zur Synagoge, in dem auch eine kleine Wintersynagoge eingerichtet war. 4. Von 1888 bis 1912: „Im Bau" im ersten Slock. 5. Seit 1912: In einem Anbau zur Neuen Synagoge. V. F r i e d h o f s b e t h a 11 e n. 1. Die auf dem alten Friedhofe im Jahre 1860 erbaute Halle wurde 1897 niedergelegt. 2. Die Halle des neuen Friedhofs wurde 1880 von Stadlbaumeister Kreyssig erbaut. Näheres über den alten Friedhof siehe in Dr. Sali Levi, „Beiträge zur Geschichte der ältesten jüdischen Grabsteine in Mainz", sowie in den darin erwähnten Veröffentlichungen. Siegfried Fraeniel.

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