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Menorah · 1927-12-01 · Heft 12 (Dezember 1927) · p. Seite 743

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 12 (Dezember 1927)
Article
Das Haus des Kalonymos und der Reichtum des Humbert zum Widder
Date
1927-12-01
Page
Seite 743 (sequence 9)
Language
German
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HAUS DKS KALONYMOS 745 Vermutung, daß IIunil.)i,rt aus aderiger Fnmilie stammle. Einen „LM'eil'ersack" und ..Neureichen" gewöhn liehen Kalibers halle man in einer solchen Funktion, in einem solchen Gremium damals nicht geduldet. Es bleibt noch die Frage, ob wir außer dem Einstand, daß Hiimbert 1272 im Besitz von vorher jüdischen Liegenschaften ist, noch eine weitere Stütze für unsere Vermutung haben, daß er durch den Erwerb solcher sich das Riesenverinögen schuf. Wir haben eine sehr gewichtige: Nämlich eben seine fürstliche, fromme Stiftung. Denn wenn wir auch keinen Grund haben, ITumbert zum Widder für besser zu halten, als er wahrscheinlich gewesen ist. und annehmen dürfen, daß er als guter Kaufmann und ehrgeiziger Politiker ohne viel Hedenken die günstige Konjunktur ausgenützt hat. so haben wir doch auch keinen, ihn für schlechter zu halten und zu glauben, daß er. ohne jedes Empfinden dafür gewesen sei, daß an diesem Besitz Blut und Tränen klebten. Was lag da dem mittelalterlichen Menschen näher, als durch die Verwendung solchen Reichtums zu einem frommen Zweck ihn und sich zu entsühnen? Gewiß sind das alles nur Vermutungen. Aber wer unseren Ausführungen aufmerksam gefolgt ist, wird sich dem Eindruck nicht entziehen können, daß sie viel für sich haben. Em so mehr, als durch sie die. großartige, aber völlig in der Luft schwebende Gestalt des Humbert zum Widder, des angeseliendslen Bürgers von Mainz in dieser Zeil. Boden unter die Füße bekommt. Seine Herkunft, sein Aufstieg, dessen Vorbedingungen und Mittel, alles klärt sich. Ob sich unsere Vermutungen bestätigen werden, sieht dahin. Ein Verdienst aber dürfen sie zumindest für sich in Anspruch nehmen: Sit» zeigen Möglichkeiten auf und weisen Wege nach, auf denen es sich verlohnt, weiter zu gehen, sie zeigen Probleme, die bisher überhau])! nicht gesehen wurden. Die Entstehung des Mainzer Patriziats, das um 1300 auf einmal da ist — nur ganz wenige Familien sind älter! —- die Herkunft seines Reichtums, seine Verflechtung mit dem Landadel des Gebietes, all das ist noch ungeklärt. Hier muß die Forschung ansetzen. Und wenn ihr mit diesen Ausführungen eine Gasse gebahnt worden ist, so haben sie ihren Zweck erfüllt, ob sie jetzt im einzelnen bestehen bleiben oder durch eindringlichere Studien überholt werden. Die Wissenschaft schreitet fort wie das Leben, von dem in diesen Zeilen ein reichbewegler und interessanter Ausschnitt beleuchtet wurde. F. jTA. Klingel Schmitt. x) V. Z. 1901. •_'(',. März. ".. April. 7. April. Wo auf Schneller Bezug cenommen wird, sind Hiese Artikel gemeint. '-') Bericht über die Vermehrung der Sammlungen des Vereins imv. 1903 04, S. ifi. ») Ahh. hei Kautzsch-Xeeh. — Der Dom zu Mainz. T. 29 0. Mit Kautzschs Datierung sich auseinanderzusetzen, verbietet der "Raum. 4) Haupt: „Die älteste Kunst, insbesondere Baukunst, der Oermanen". Berl'n 190'.'. S.7,sff. r>) Bode : „Die italienische Plastik". Berlin 1922. S. 11. «) Kautzsch : „Die Johanniskirche., Der alte Dom zu Mainz-. Mainzer Zeitschrift. TT., 11109. ") Schrohe: „"Reiehsgeschichtliches auf Mainzer Denkmälern". Mainzer Zeitschri t. Alte Folge, I V., S. f»97. «) Vgl. darüber: Klingelschmitt, „St. Stephan zu Mainz", Mainz iiu'9 und „Die Pfarrkirche St. Quintin", Kirchenkalender, Mainz 11*27. °) Schrohe A. a. 0. 10j ..Tiber den jüdischen Orienthandel;:, vgl. Salfeld: ..Bilder aus der Vergange7iheit der .-jüdischen Gemeinde Mainz". Mainz l'MKi ll) „Über die Schönburger", vgl. Vuy: „Geschichte des Trechirgaues und von Ohei-wesel*4, Leipzig issr». Schrohe: A. a. 0. 13) Bruno Hirschfeld: «Die Sehönburg hei Oberwesel-4. (Zeitschrift des Rhein. Vereins für Denkmalpflege usw. 1922. S. s;;.

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