Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1927)
- Article
- Auf dem Hügel
- Date
- 1927-10-01
- Page
- Seite 590 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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590 MENORAH heraus, drängten sich nun mit größerer Frechheit an die Türe heran und Dudsiele Burmile hieb stumm, ohne ein Wort zu reden, mit seinem Stock auf die Füße der Weiber. Er packte den Hut eines Jungen und warf ihn fort: „Warum holt dich der Teufel nicht, Dudsiele? .. Man suchte den Vater, suchte die Mutter. Die alte Sureh schleppte sich mühsam auf ihren alten, rheumatischen Füßen, schneuzte sich in den Unterrock und stöhnte: „Schmiel-Jossje, wo steckst du, Schmiel-Jossje. .. ich lege mich hin und sterbe ... weh' mir .. „Vater, wo steckt der Vater? Mechiten . .. Schwiegervater .. . Vater.. Man erwischte den Vater und flüsterte ihm Geheimnisse ins Ohr: Was soll das heißen.. . Die Musikanten wollen nicht spielen ... Man muß mit ihnen verhandeln. Um Himmelswillen, Vater... Ein sauberer Vater das .. . Jedoch Schmiel-Jossje stand in dieser Enge aufrecht zwischen den Mechitunim, das Streimel saß ihm schief auf der Jarmulka; er hielt die Hände rückwärts in den schiefen Kaftantaschen und schrie mit seiner plärrenden Stimme laut und zornig: „Räuber. . . hab' heut' noch keine Kirche geplündert... hab' kein Geld .. . nicht nötig ..." Der Schwiegersohn Leiser-Wolf, Scheindales Mann, trat dazwischen. Er war klein und schwarz wie ein Zigeuner und hatte erst nach der Heirat beim Militär gedient, seit jener Zeit trug er den nachwachsenden, schwarzen Bart mit einem roten Tuch umbunden. Als moderner Mensch konnte er keine Ungerechtigkeit leiden. Er liebte was recht und billig; und so erwischte er den Schwiegervater auf der Schwelle des finsteren Vorhauses, rückte sich das Streimel zurecht und hielt ihm vor: „Nu, Schwiegervater, was meint ihr, ha? .. . Was wird da mit den Musikanten sein? ha? .. „Wa—a—as? Was schwatzt er dort? TfuI Hat man so was gesehn .. Schmiel-Jossje spuckte aus und entfernte sich. Das ging Leiser- Wolf schon ein wenig wider den Strich: „Laßt mal... laßt mal mich hinzu..." schrie er und drängte sich vor, das Streimel über die Augen gezogen. Er trat zu den Musikanten, zu Stefan Bulba, packte ihn am Kragen, schüttelte ihn tüchtig und die schwere, harte Faust ihm unter die Nase steckend, sagte er durch die