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Menorah · 1927-10-01 · Heft 10 (Oktober 1927) · p. Seite 584

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 10 (Oktober 1927)
Article
Die synagogale Kunst im Mittelalter
Date
1927-10-01
Page
Seite 584 (sequence 14)
Language
German
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584 MENORAH geduldigen Ausharren im Leide mahnen wollen, dient eine andere, auch in H. Prg., der Einprägung des Rituals der Festesfeier. Es ist die Hasenjagd, die vielleicht in der bitteren Selbstironie einer drangvoll fürchterlichen Zeit an der Abkürzung JaK (k statt g) deN HaS! als vox memorialis oder Merkwort die festlichen Zeremonien in ihrer vorgeschriebenen Reihenfolge aufzählt, nämlich Jajim, den Segensspruch über den Wein, Äiddusch, die Festesweihe, Wer, die Benediktion über das Licht am Sabbatausgang, //awdalah oder Sabbat- Scheidegebet und Seman oder den Dankspruch für das Erleben der wiederkehrenden Festzeit. Dies waren die ersten freundlichen Vorboten einer neu sich ankündigenden, lebenzugewandten und weltfreudigen Weltanschauung und Gedankenrichtung, liebenswürdiger und sinniger als die französischen Farcen und Sotien des XV. und XVI. Jahrhunderts und mit einer Sinneinstellung, wie sie an einem ähnlichen Wendepunkt später vom Altmeister Goethe wiedererkannt wird. In der Besprechung der allemanischen Gedichte des geistlichen Naturdichters J. P. Hebel sagt er: ,,Was positive Religion betrifft, so müssen wir gestehen, daß es uns sehr behaglich war, durch ein erzkatholisches Land zu wandern, ohne der Jungfrau Maria und den blutenden Wunden des Heilands auf jedem Schritte zu begegnen." Sie schuf neue engere und weitere Zusammenhänge, die auch das Wesen der jüdischen Kunstbetätigung gestaltend beeinflussen konnten. Mit der italienischen Frührenaissance setzt dann die gesteigerte, eindringende Beobachtung der Natur und der Individualität in ihren mannigfaltigsten Schattierungen ein, und dies führt späterhin zur herrlichsten Blüte der altbiblischen Darstellung durch die unsterblichen Meister Michelangelo und Reinbrandt. *) Franz Xaver Kraus, Geschichte der christlichen Kunst. Freiburg i. B. 1895 1908. Josei Eduard Wessely, Ikonographie Gottes und der Heiligen. Leipzig 1874. 2) David Kaufmann, zur Geschichte der Kunst in den Synagogen, Wien 1897. a) Von Vigila geschrieben, einem Priester von S. Martin de Albelda, und 25. 5. 976 beendigt. J. D. Passavant, Die christliche Kunst in Spanien. Leipzig 1853, 53. 4) Mose Arragel, Biblia Antiquo Testaraento. Madrid 192122. 5) Jose Gil Dorregaray, Historia de las ördenes de caballerfa espanoles. Madrid 1864. 6> David H. Müller und J. v. Schlosser, Die Haggadah von Seraj evo. Wien 1898. 37 u. a. a. 0. 1) Hierzu wie für den ganzen Artikel: Jahrbuch für jüd. Geschichte und Literatur 1926,27. Dr. Max Golde, eine a 1 tkastilische Prachtbibel. ö) B. Katz und Heinr. Loewe, Die Pessach Haggadah des Gerschoni Kohen 5287/1527. Berlin 1926. 9) Samuel Berger weiß in Romania, recueii trimestriel, Prs. 1872 ff. 28, diese Darstellung nur einem Gemälde von Tissot zur Seite zu stellen, einem jungen spanisch-französischen Maler vom Ausgang des 15. Jahrhunderts.

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