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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. 528

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-09-01
Page
528 (sequence 1)
Language
German
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AUF DEM HÜGEL Erzählung von A. M. Fuchs Autorisierte Übersetzung aus dem Jiddischen von Isaac Schreyer (Nachdruck verboten). Copyright 1927 by Isaac Schreyer, Vienna 6. Fortsetzung. ie Schweife der Bauernpferde waren zu harten, kurzen Knoten ge- Jj_ß wunden und ihre Bäuche feucht, mit herbstlichem Kot bespritzt. Juden in harten, enggeschnürten Pelzwesten und Bauern mit spitzen, über die Augen fallenden Fellmützen kneteten, ohne Spuren zu hinterlassen, mit ihren weiten Stiefeln den wässerigen Brei drunten auf der Straße. Er war weiß und weich, hatte einen fettigen Glanz wie Rahm, so daß die bespritzten Frauenkleider unten einen weißen Saum erhielten. Die Läden waren voll Bauern, es roch nach Hering und Eisen und es gab reichliche Losung. Durch die dürren, kahlen Bäumchen des Hügels erschienen die durchnäßten Häuschen der Familie Schmiel- Jossjes wie schmale, weiße Streifen in dem trüben, verregneten Grau. Aus einer eingeschlagenen Scheibe lugte ein höckerig zusammengeknüllter, nasser Fetzen hervor. Tage hindurch ging schiefer Regen, bald dünn, bald dicht hernieder, er rann von den Dächern und durchnäßte die Hühner, die, erstarrt von der kalten Feuchtigkeit, sich eng aneinander drückten in dem leeren, offenen Stall; und während sie so in einer Reihe mit eingezogenen Köpfchen dasaßen, sahen sie aus wie die Kännchen eines Chanukahleuchters. Auf dem Hügel war der Kot schwarz, hart und dicht, mit Kehricht vermengt; die Stiefel der Männer und Weiber wateten bis zu den Knien, und es bildeten sich schwarze, tiefe Gruben, aus deren Grund Regenwasser hervorquoll. Die Familie betrieb gemeinsamen Handel. Sie brachten Fuhren mit Waren aus den Dörfern, besuchten die Jahrmärkte und kamen mit nässedurchtränkten Bärten zurück. Auf den breiten, harten Schultern trugen sie die vollen Säcke, stritten und zankten sich, schrieben auf Tische und Türen krumme, unbeholfene Buchstaben und Zahlen; und der Segen des Herbstes füllte die Stuben auf dem Hügel mit Kot und Hanf, mit Lumpen und Fellen, mit Brot und Kartoffeln über und über. „Czy tu mieszka pan Schmiel-Jossje Dach?" (Wohnt hier Herr Schmiel-Jossje Dach?) rief Michalko, der Briefträger, und hielt einen weißen Brief in der Hand, von Breindels Bräutigam aus Koslew. Aber Schmiel-Jossje sah sich nicht um. Er band in der Stube auf dem Fuß- VII.

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