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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. Seite 510

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Ausländer über polnische Juden im XVIII. Jahrhundert
Date
1927-09-01
Page
Seite 510 (sequence 4)
Language
German
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510 MENORAH würde, zeitweise einzelne prominente Juden zu Christen zu taufen, denn hiedurch würden die im Judentum Verbliebenen, sich seiner Meinung nach, kaum zivilisieren können1). Interessant ist auch seine Bemerkung anläßlich der Schilderung der Verfassungsfeier am 8. Mai 1791, die auf Sonntag fiel, an dem auch der Namenstag des Königs gefeiert wurde. Als nach der Messe vor der Kirche von den aufgestellten Militärabteilungen Salutschüsse abgegeben wurden und einige Juden es wagten, sich bei dieser Feier zu zeigen, wurden sie von den christlichen Zuschauern durchgeprügelt. Nach Biesters Meinung wohl ,,auf Grund jener Menschenrechte, über die man hier so viel spricht". Im Gegensatz zu vielen anderen Ausländern bekundet Biester den Juden gegenüber eine Toleranz, denn „'wenn auch die Juden seit den ältesten Zeiten in Polen leben, sich zahlreich vermehren und dem Lande viel zu verdanken haben, so darf man nicht vergessen, daß Polen ihnen den ganzen inneren Handel, sowie das bißchen Industrie, den Geldhandel und auch die anderen Grundlagen des Wirtschaftslebens verdanke. Nicht ein nützliches Handwerk, nicht eine gute Institution führten die Juden ein und entrichteten nebstbei dem Staat ungeheuer große Steuern. Solche Bewohner bringen speziell einem Staat mit einer geringen Bevölkerung einen großen Vorteil. Wohl gerät nicht ein leichtsinniger und beschränkter Adeliger in große Abhängigkeit von ihnen und büßt seine Fehler mit großen Verlusten, trotzdem aber haben die Juden nach Biesters Ansicht im Wirtschaftsleben Polens eine nützliche Lücke ausgefüllt. 3) Die Lage der polnischen Juden in diesem Zeitabschnitt behandelt mein demnächst erscheinendes Buch: „Die Juden in Polen am Ausgang des XVIII. Jahrhunderts." Fortsetzung folgt. Raschi-Stuhl in der Raschi-Kapelle in Worms

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