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Menorah · 1927-09-01 · Heft 9 (September 1927) · p. 507

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 9 (September 1927)
Article
Ausländer über polnische Juden im XVIII. Jahrhundert
Date
1927-09-01
Page
507 (sequence 1)
Language
German
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MENORAH V. JAHRGANG SEPTEMBER 1927 NUMMER 9 DR. N. M. GELBER AUSLÄNDER ÜBER POLNISCHE JUDEN IM XVIII. JAHRHUNDERT In unserer Geschichtsforschung wird leider dem Gebiete der Reisebeschreibungen von nichtjüdischen Reisenden wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade in solchen Reisebeschreibungen einzelner sehr oft intellektuell hochstehender Reisenden und Ausländer findet man glänzende Beobachtungen über die Lage der Judenschaft eines bestimmten Landes, das vom betreffenden Reisenden aufgesucht wurde. Im nachstehenden versuche ich eine Reihe von Reiseschilderungen verschiedener Ausländer, die Polen im Laufe des XVIII. Jahrhunderts aufgesucht haben, zum Abdruck zu bringen, insoweit ihre Schilderungen auf die Juden Polens in diesem Zeiträume Bezug haben. Diesen Stimmen vergilbter Drucke aus alten verklungenen Tagen wollen wir entnehmen, wie sich die Ausländer, die Polen auf ihren Reisen besuchten, die polnischen Juden vorstellten. Denn die Juden waren trotz des Hasses der ihnen fremden Außenwelt und allseitiger Verachtung noch immer ein Objekt der Neugierde, geschweige denn der „pohlnische Jude", dessen ganzes Innen- und Außenleben schon im XVIII. Jahrhundert vielfach anders geartet war als das seiner Volksgenossen in Deutschland und in anderen westeuropäischen Gebieten. Allerdings vernehmen wir aus diesen Reiseschilderungen keine Lobgesänge, im Gegenteil Schilderungen, die von keiner allzu großen Liebe zu den Juden, besonders aber zu denen in Polen zeugen. Denn die armseligen polnischen Juden waren für die meisten Ausländer nichts anderes als „das elendste, furchtsamste, armseligste, säuischeste und auch in vielen Stücken (Betrügereien ausgenommen, zu welchem er vor allem fähig ist) das blödsinnigste Volk vom ganzen Lande". Dies beispielsweise das historische Urteil, das ein gelehrter Professor, namens Hacquets, in seinen „Neuesten physikalischpolitischen Reisen in den Jahren 1788 und 1799 durch die Dazischen und Sarmatischen oder nördlichen Karpathen" über die Juden fällt. In diesen und ähnlichen Bahnen bewegen sich diese Stimmen, die uns, wenn sie auch die Juden nicht im besten Lichte darstellen, doch als wertvolle Beiträge zur Beurteilung der Juden durch Nichtjuden im XVIII. Jahrhundert erscheinen. Wir bringen hier Stimmen von Ausländern mehrerer Nationen, die entweder in verschiedenen oder

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