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Menorah · 1927-08-01 · Heft 8 (August 1927) · p. Seite 468

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 8 (August 1927)
Article
Ein paar Liebermann-Anekdoten
Date
1927-08-01
Page
Seite 468 (sequence 2)
Language
German
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468 MENORAH Grausame sind, wie die Ikonen und Kathedralen von Nishni, eine russische Angelegenheit. Tolstoi und Dostojewski waren eine Angelegenheit der ganzen Welt; trotzdem sie vielleicht in noch stärkerem Maße russisch waren, als alle Iwrans und alle Kirchen Nishnij Nowgorods. Und geradeso ist Liebermanns Stellung im und zum Judentum von heute. Er gehört der Welt; aber er gehört uns Juden darum nicht weniger. Er ist für mich der vitalste Ausdruck des heutigen Kulturjudentums. Und er zerstört, wenn einer, die ungerechtfertigte Legende, daß dieses nur reproduktiv, aber nicht produktiv ist... nur Werte deutend, aber nicht Werte schaffend. Den von ihm, von Max Liebermann, geschaffenen Werten ist ein Dauerbestand sicher. Denn seine Kunst ist viel zu elementar, um dem Zeilgeschmack und der Mode unterworfen zu sein. Ihr Sinn kann nicht veraltern, noch später mißverstanden werden, weil er direkt an einen menschlichen Urinstinkt sich wendet. Erasmus Darwin definierte: Schön ist das, was mit dem, was wir lieben, verbunden ist." Und Liebermann gibt die einfachen Dinge des Daseins, die einfachen Menschen, die wir lieben müssen, wenn wir das Dasein lieben. Und wir müssen es lieben, auch wenn es uns enttäuscht, schon allein, weil wir ihm angehören. Ich erinnere mich: wir (Lichtwark, Liebermann und ich) sehen uns eine neue Kollektion Monet'scher Bilder an. Monet ist vor bald 30 Jahren noch unbekannt in Deutschland. Es ist bei Cassirer. Die Gemälde stehen im Stapel auf dem Fußboden. Der Hausdiener hebt eines nach dem andern heraus. Von einem, mit drei Windmühlen mit roten Flügeln können wir nicht fort. Ich werfe die Frage auf, warum es uns eigentlich am besten gefällt... Da sagt Liebermann: „ich lieb's vielleicht so, wTeil's Holland ... ist". (Schön ist das ... sagt Erasmus Darw7in usw.) ♦ Berlin hat endlich die Vereinigung der Elf: Leistikow, Skarbina, Ludwig v. Hof mann, Ury usw. Plötzlich fliegt sie auf. (Später kam die Sezession!) Ich gehe zu Liebermann, frage, wie das kam. Es wäre doch schade, nun würden die Akademiker, mit Anton v, Werner an der Spitze, frohlocken. „Na, wenn ick wat kann, wer ick mir doch nicht mit 'nen andern vertragen l" sagt er. Er zeigt mir einen langen Fragebogen, den ihm irgend ein Professor der Psychologie geschickt hat: „45 Fragen, wat ick bei'n

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