Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 8 (August 1927)
- Article
- Der Künstler Liebermann
- Date
- 1927-08-01
- Page
- Seite 466 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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466 MENORAH Das Wort, das ihnen vorangesetzt wurde, gilt für alle: hier schreibt einer, der sich durchs Schreiben Klarheiten schafft über Dinge, die ihm am Herzen liegen. Nach Jahren kehren die Themen wieder, aber nichts wird wiederholt, mittlerweile sind am nämlichen Gegenstand neue Seiten entdeckt, die Erkenntnis ist verschärft und vertieft. Und auch nach Jahren niemals ein Widerspruch. Dieser Geist arbeitet gerade: von vielen Interessen angezogen, bewahrt er inmitten aller Wandlungen der Umwelt seinen Kurs, bleibt wahrhaft und folgerecht. Diesem Geist ist nicht das männliche Selbstbewußtsein, wohl aber der Hochmut der Autorität fremd. Er schreibt nicht sub specie aeternitatis. Sondern er schreibt innere Notwendigkeiten: Rechenschaften und Bekenntnisse. Ein lebensvolles leidenschaftliches Temperament von echter Eigenart, von reinem Charakter und immer bedeutender Anschauung spricht uns an.... Es bleibt zu wünschen, daß der Meister Zeit und Willen fände, um seine Briefe einzusammeln und sie, die flüchtigen Niederschriften von lauter stark Erlebtem, der Mitwelt zugänglich zu machen. Denn auch das Leben, dessen Dokumente sie sind, ist ein Kunstwerk. MAX EISLER Wien, im Juli 1927 ift\faJLjyTy*hA**' Liebermann / Regen Aus dem Kalender „Kunst und Leben'', Verlag Fritz Heyder, Berlin-Zehlendorf