Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1927)
- Article
- Die Pflege unserer Kunstdenkmäler
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 417 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Die ältesten Leichensteine auf dem Judenfriedhof in Lublin Links der Grabstein des Kantors -dbraham, Sohn des Usia, starb 75^? Die Pflege unserer Kunstdenkmäler Von Architekt Ing. Joseph Awin Das Interesse an der Erforschung und Erhaltung jüdischer Kunstdenkmäler ist trotz vieler Anstrengungen in den letzten Jahrzehnten auf einen kleinen Kreis von Menschen beschränkt geblieben, die noch dazu, über alle Länder verstreut, in voneinander weit entfernten Zentren leben. So kommt es, daß wertvolles Material in den alten jüdischen Zentren Polens, Litauens und der Ukraine verborgen bleibt. Nach Jahrhunderten einer geschlossenen künstlerischen Tradition, die in einzelnen Objekten Zusammenhänge mit palästinensischem Boden ahnen läßt, beginnt im Gefolge der Emanzipation und des Rationalismus ein plötzlicher, aber desto rapiderer Verfall des bis dahin lebendigen künstlerischen Empfindens und SchafFens. Aus Unkenntnis oder aus Verachtung werden tausende wertvolle größere und kleinere Kunstwerke aus „Schul" und „Belhumidrasch" verschleppt oder während der „Unruhen in der jüdischen Gasse" hier und aus Wohnhäusern geraubt und vernichtet. Viel, sehr viel Schuld trifft noch heute modern gesinnte Schulvorsteher (Gabaim). Bei der manchmal recht notwendigen Renovierung des Bothauses werden nicht nur die alten „Dinger" hinausgeworfen, die Wände werden ohne Rücksicht auf die alten Malereien abgekratzt und „modern" bemalt. Manchmal rettet sich noch irgend ein Rest des alten Inventars auf kurze Zeit unter das „Gerümpel", meist aber wird es auf „Bruch" verkauft oder wandert auf den Friedhof. Bruchstücke alter Silbergegenstände und Metalleuchter kommen zum Einschmelzen, aus den alten Vorhängen werden die noch verwendbaren Fragmente der Stickerei