Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1927)
- Article
- Auf dem Hügel
- Date
- 1927-06-01
- Page
- Seite 398 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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398 MENORAH gam hast du verdient. .. Breindel. . . sollst so gesund sein und leben zum Neuen Jahr, ob du einen solchen Bräutigam verdienst. ..'' Schmiel-Jossje hat sich in diese ganze Angelegenheit nicht mehr eingemengt. Während er die Strohgarben auffing, die Breindel ihm auf den Dachboden hinaufwarf, hatte er nur einmal aufgeseufzt: „Man wirft Geld ins Feuer .. . ach und weh . . ei-ei-ei. Und er hatte begriffen, daß er geliefert war. Eine schöne Sache wird sich hier abspielen... Was soll denn das heißen? Man wird den Ofen einstürzen . . . eine halbe Stube weggeben .. . einen deutschen Backofen machen, mit einer Vertiefung... und zudem noch die paar Gulden Mitgift, sein Herzblut, verschleudern und basta . .. o-weh, o-weh, schlimm, schlimm. Obwohl die Hochzeit für den Sabbat nach Chanuka anberaumt wurde und Breindels Bettzeug, hohe, schwere Kissen und Federbetten, schon gefüllt waren, konnte Schmiel-Jossje dennoch nicht glauben, daß diese Partie zustande kommen wird . . . Und zum erstenmal in seinem Leben spürte er jetzt Stechen im Kreuze ... Schmerz in den alten Knochen . . . Schmiel-Jossje begrilF, daß es höchste Zeit sei, Vorsorge für Breindels Hochzeit zu tragen, aber er wollte nicht . . . Ach, Vater im Himmel, was wird da das Ende sein, was? Es kommt ein neues Jahr .. . neue Not, neue Sorgen .. . die Hochzeit wird Geld kosten . . . ein schönes Sümmchen . . . Man muß nun beginnen, nachzudenken .. . Aber er hatte jetzt keine Zeit mehr zum Nachdenken. Er nahm rasch das weiße, reine Feiertagshemd mit den Unterhosen, die ihm seine Frau in seinem roten Schnupftuch zusammengeschnürt hatte und, gebückt, mit dem Bündel unter dem Arm, eilte er hügelab ins Bad.