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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. 382

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Die polnischen Juden in den Memoiren des polnischen Adels
Date
1927-06-01
Page
382 (sequence 1)
Language
German
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J^Iajer Balahan: Die polnischen Juden in den Memoiren des polnischen Adels HERR VON KITOWIGZ. (Mitte des 18. Jahrhunderts; Editio Tarnow 1881, Seite 31.) Die Studenten arteten sehr aus: „Diese Bossheit der Studenten wurde durch viele Jahre geduldet und alle glaubten dass die Studenten hoch und heilig, gar höher als Amts und Geistliche Personen sind. Und die Studenten allein bildeten sich dasselbe ein und wurden jedes Mal kecker und ausgelassener. Sie molestierten auf den Strassen die Juden und machten die Judenschinderei so zur Gewohnheit, dass die Juden in den Stunden, in denen Schüler zur Schule oder aus der Schule giengen, sich nicht auf die Strasse wagten. Gerieth ein Jude zufällig in die nähe eines Spielplatzes, so ergieng es ihm wie einem Haasen, der unter die Windhunde kam. Sofort Hessen die Studenten ihre Spiele im Stich, fielen über den Juden her und hauten gut dran.<c IBIDEM, SEITE 83, § 2. Das Krontribunal in Lublin. Die Spiele der Gerichtsdiener: „Nach der jeweiligen Eröffnung des Tribunals in Lublin versammelten sich die Diener und Kutscher der adeligen Richter, der Rechtsanwälte und Parteien vor dem Tribunalsgebäude, schlugen einander mit Stöcken und wählten den Sieger in diesem Gefecht zum Marschall, den nächstfolgenden zu seinem Verträter, den dritten zum Instigator etc. Unter Führung dieser „Beamten" zog die ganze Bande in die Judenstadt und nun mußten die Judenältesten Geschänke für die Redeisführer und eine Mahlzeit für den ganzen Mob besorgen, sonst klopften ihnen die Helden sofort die Pelze und Rücken mit ihren Stöcken durch. Nach Uebernahme der Geschenke und nach geschlossener Mahlzeit, die meistens in Meth und Brezeln bestand, zogen die Diener vor das Amtsgebäude zurück, um ihre Kampfspiele weiter zu treiben." JAN DUKLAN VON OCHOGKI. (Memoiren, Band I, Seite 73 bis 75.) Aus den Aufzeichnungen meines Vaters in einem Familienkalender: „Anno 1774, 5 Januarii. Der Schankpächter Herschko blieb mir vom vorigen Vierteljahr 91 Tympf schuldig. Ich hatte — laut unserem Vertrag — das Recht zu strengen Mitteln zu greifen und ihn sammt Frau und Kindern einzukerkern und so lange im Gefängnis zu halten, bis er seine Schuld begleiche. Ich Hess aber nur den Schwindler allein ergreifen und in Ketten in den Schweinestall unter die Säue einsperren, seine Frau und Kinder beliess ich einstweilen in der Karczma (Schenke) zurück, seinen jüngsten Sohn Leisor nahm ich dagegen in den Gutshof, Hess ihm das „Vater Unser" und den Katechismus beibringen, da er ein pfiffiger Kerl ist. Ich will ihn taufen lassen, wovon ich bereits unseren Pfarrer verständigt habe. Der Geistliche versprach mir in den Gutshof zu kommen, um die junge Seele für die Taufe vorzubereiten. Leisor wollte anfangs kein Kreuz schlagen und kein „Vater Unser"

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