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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. Seite 376

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Wehrhafte Synagogen in den östlichen Randgebieten der polnischen Republik
Date
1927-06-01
Page
Seite 376 (sequence 8)
Language
German
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376 MENORAH Hetman wurde in diesem Jahre Moszko, der Sticker. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts übertrug man die Verteidigung der Stadt den Zünften, darunter auch den jüdischen Zünften. Im Sinne des Privilegs vom Jahre 1686 mußte die jüdische Kürschnerzunft in der Neustadt (Rzeszow) eine eigene Fahne, Musketen, Pulver und Kugeln besitzen16). Auch in Tarnopol waren die Juden zur Verteidigung der Stadt verpflichtet. In der Revision der Stadt vom Jahre 1672 finden wir folgenden Abschnitt: „Die Juden müssen sich zusammen mit den Christen im Waffendienst üben, sich mit einer sicheren Muskete verteidigen, Kugeln gemäß den Erfordernissen, Lunten und Pulver besitzen bei Strafe von 3 Mark, die dem Schloß gehört"17) .. . IVtit der Änderung der politischen Verhältnisse, mit der Änderung der Kriegskunst, mit dem Abtragen der Mauern und der Stadttore trug man auch allmählich die Zeichen der Wehrhaftigkeit der Synagogen ab. Und dazu gab es reichlich Gelegenheit. Die Synagogen waren gewöhnlich mit hölzernen Gewölben gedeckt, hatten jedenfalls hölzerne, dreiteilige Dachstühle, die den häufigen Bränden zum Opfer fielen. Und so nahm man nun bei der Rekonstruktion die Brustwehren ab, machte ein steiles Dach und nur hie und da verdeckte man es von außen mit einer Attika, die an die einstige Wehrhaftigkeit erinnert. Oft errichtete man über den Gebetsaal ein höheres Stockwerk und darin einen besonderen Betraum (Ostrog, Lemberg, vorstädtisches Bejt-Hamidrasch), hie und da beließ man das Satteldach ohne Attika (Rzeszow, Neustadt) oder man errichtete auch ein gewöhnliches Dach, wie auf einem Wohnhause (Lemberg-Vorstadt, Lublin); daher schauen auch die Synagogen wie Konzertsäle oder Theatergebäude aus. Nur eine geringe Zahl von Synagogen behielt ihr einstiges Aussehen bei, aber auch an ihnen nahm man so viele Veränderungen vor, baute so vieles hinzu, daß nicht viel von ihrer einstigen Herrlichkeit übriggeblieben ist.!) Finkel Ludwik: „Miasto Tarnopol w r. 1672". Jahrbuch des Tarnopol er literarischen Zirkels vom Jahre 1892, Seite 101—102. Das Tagebuch Werdums gab im Jahre 1785 Jan Bernouli in Leipzig im „Archiv zur neueren Geschichte, Geographie" heraus. Die polnische Übersetzung von Liske im „Przewodnik naukowo literacki", 1876. 2) Zur Frage des Synagogenbaues in Polen siehe: Balaban: „Zydzi lwowscy na przelomie XVI i XVII w." Seite 52—54. s) In Luck gab es auch Karäer. *) Bersohn: Dyplomatarjupz dotyczacy Zydow w dawnej Polsce No. 227—228. 8) Balaban: u. s. Annex No. 72: „Zygmunt III. bestätigt im Schreiben vom 10. Juli 1624 den Vertrag zwischen dem Stadtrat von Lemberg und den Juden, in Angelegenheit des Wiederaufbaues des vorstädtischen Ghettos und der vorstädtischen Synagoge." Auch der Lemberger Erzbischof, Pröchnicki, gestattete mit dem Dekret vom 10. August 1624 den Wiederaufbau der Synagoge. e) Buber: JfütW fPlp (Kirja- Nisgaba) Annexa, Seite 120—122. Die Originale dieser Privilegien befanden sich noch unmittelbar vor dem Kriege (1914) im Besitze der Familie Zimmels in Zölkiew. 7) Buber: Seite 123—124. 8) Dekret des Erzbischbfs Jan Lipski vom 22. März 1692. e) Rolle (Antoni): Zydzi na kresach (Przewodnik naukowy i literacki). 10) Als Erzbischof vonPrzemysl machte sich Sierakowski den Juden unangenehm genug fühlbar. So gab er auch ein gar umfangreiches Dekret mit zahlreichen Beschränkungen für die Przemysler Juden heraus (Schon*: Zydzi w PrzemySlu annex Nr. 136 — 19. Juni 1743), ein ähnliches Dekret für die Juden in Rzeszöw (P^ckowski: Dzieje miasta Rzeszowa, Seite 389 — 1746) und für die Juden in Rybotycze, 16. November 1743. (Das Original befand sich vor dem Kriege beim Stadtrabbiner.) n) Hannower Natan: Jawan Mecula, Kronik der Ereignisse der Jahre 1648—1649, "Venedig 1653, polnische Übersetzung des Majer Balaban, Lemberg 1912. xa) Zubrzycki: Kronika miasta Lwowa, sub anno 1648 und Aktenbund 257 im Archiv der Stadt Lemberg, Akt vom Jahre 1678. 18) Puffendorf: De rebus a Carolo Gustavo gestis. Nürnberg 1696. Seite 138. (Lewin Louis: Die Judenverfolgungen im zweiten schwedisch-polnischen Krieg 1655—1659). 14) Teatrum Europeum VII, Frankfurt am Main 1685, Seite 920 und 935. Einzelheiten siehe Schorr: Zydzi w PrzemySlu, Seite 32. I6) Peckowski: Dzieje miasta Rzeszowa, Seite 388. 16) Das. Seite 226. 17) Fiükel Ludwik: a. W. Seite 127.

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