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Menorah · 1927-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1927) · p. Seite 364

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1927)
Article
Dokumente zur Geschichte der Juden in Polen
Date
1927-06-01
Page
Seite 364 (sequence 5)
Language
German
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364 MENORAH 4. KOSCIUSZKO MACHT VON DER BILDUNG EINES JÜDI¬ SCHEN REGIMENTES IN WARSCHAU BEKANNT (Gazeta Rzadowa Nr. 78 annus 1794.) Excerpt a) Einleitung der A m t s z e i t u n g: Nichts kann so gut die entferntesten Nationen von der Heiligkeit unserer Sache überzeugen als der Umstand, dass Menschen, die von uns durch Religion und Abstammung getrennt sind, gutwillig für dieselbe ihr Leben zu Opfer bringen wollen. Seit vielen Jahrtausenden ward die ganze Erde mit unschuldigem Blute von Millionen Menschen dem Stolze, der Habgier, dem Aberglauben und der Dummheit einiger Personen zuliebe bespritzt, ja überströmt, und nur das jüdische Volk wollte an diesen Massakres keinen Anteil nehmen, wodurch es verachtet, aus der menschlichen Gesellschaft gestossen und als unwürdig der politischen und menschlichen Rechte angesehen wurde. Wer aber......... die Geschichte diese Volkes kennt.... weiss es, dass dieses Volk sein einstmaliges Vaterland mit dem Schwerte errobert hat und dass es keinen Tyrannen in seinem Lande leiden wollte. Wohl mancher Jude hat aus Liebe zu seinem Vaterlande sein Leben aufs Spiel gesetzt und nicht einem Tyrannen den Dolch in die Brust gestossen. Ruhmreich ist die Tat einiger jüdischer Soldaten, die die Reihen der Feinde mit Hintansetzung ihres Lebens durchbrochen um nur ihrem geliebten König, Dawid, ein wenig Wasser zu reichen. Die unerschrockener Helden: Jiftach, Abner, Joab ßelen wie Blitze über die Feinde her......Kein Krieg war für die Römer so langwierig und so schwer wie der jüdische, ganze Völker mussten bei den Mauern Jerusalem Halt machen und nur Bruderzwist, dank deren die Juden sich selber hinmetzelten, ermöglichte den Römern die Erroberung der Stadt...... Seit jener Zeit verschwand überall die Freiheit der Juden .... Erst im laufenden Jahre 1794 am 17 und 18 April, als die Stadt Warschau die blutige Schlacht den feindlichen Moskowitern lieferte, griffen auch die Juden zu den Waffen, fochten tapfer und bewiesen, dass, wo es sich um die Freiheit der Menschheit handelt, auch sie ihr Leben nicht schonen wollen. b) Der Aufruf Kosciuszkos: Es giebt keinen Inwohner in polnischen Landen, der nicht zur Befreiung des Vaterlandes beitragen wollte. Die Juden Berek Joselow i c z und Joseph Aronowicz, eingedenk des Landes in dem sie zur Welt kamen und wohlwissend, dass nach Erlösung des Vaterlandes auch sie die Freiheit geniessen werden, schlugen mir die Organisierung eines jüdischen, leichten Reiterregimentes vor. Indem ich ihren Patriotismus belobe, erteile ich ihnen die Erlaubnis ein derartiges Corps anzuwerben, dasselbe auszurüsten und zu bewaffnen, damit es ehestens in den Dienst der Republick und in die kämpfenden Reihen eintreten könne. Gezeichnet am 17 August 1794. Tadäus Kosciuszko. Zusammengestellt von M. B—n.

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