Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1927)
- Article
- Von Ghetto zu Ghetto
- Date
- 1927-06-01
- Page
- 351 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Innenansicht der Maharschalschul in Lablin 1840, als Zar Nikolaus I. einen Festungsbau plante, wurde die ganze Judenstadt abgebrochen, um für die Festungsbauten Platz zu machen. Die Juden wurden auf einen anderen Platz übersiedelt, ihre uralte Synagoge (1567 von Peter Ronka aus Posen erbaut) wurde demoliert. Einem noch grausameren Schicksal fielen die Juden dieser Stadt während des Krieges (1915) zum Opfer. Die vor dem Anmarsch der Deutschen flüchtenden Russen befahlen der ganzen Bevölkerung, binnen drei Tagen die Stadt zu räumen und steckten die Häuser nachher in Brand. Viele Tage, ja ganze Wochen brannte Brest-Litowsk und wurde nach Kriegsschluß nur zu geringem Teil mit Hilfe der Joint-Gelder wieder erbaut. Aus einer blühenden reichen Gemeinde ist Brest eine arme Judensiedlung geworden. Unversehrt blieb das Ghetto in W i 1 n o. Krieg, Hunger und Pest dezimierten die arme Bevölkerung dieser Stadt, die Reichen wanderten in die Fremde aus, aber die Bauten blieben bestehen und zeugen von der einstmaligen Herrlichkeit dieser Mutterstadt in Israel, des litauischen Jerusalem. In der Deutschen Gasse ist die ärmste und frömmste Judenbevölkerung zusammengepfercht und von hier führt ein breites Tor in den S c h u lh o f, wo alle Heiligtümer der Gemeinde vereint sind. Hier erhebt sich die große Schul (erbaut 1630), in die man wie in einen Keller hinuntersteigt, hier finden wir die Klaus, in der der Gaon betete und studierte, und neben ihnen etwa zwölf kleinere Schulen, von denen