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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. Seite 320

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Die Juden in Linz
Date
1927-05-01
Page
Seite 320 (sequence 10)
Language
German
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320 MENORAH mund für den jungen Herzog Albrecht habe die Amtsleute, unter denen auch die Judenrichter zu verstehen sind, zu ernennen und verpflichten den Vormund, die Juden bei ihren althergebrachten Ree Ilten zu schützen und ihnen beizustehen, daß sie von ihren Schuldnern ordentlich bezahlt werden. Bereits im Jahre 1415 hat Herzog Albrecht V. eine außerordentliche Judensteuer von 10.000 Pfund Pfennige ausgeschrieben und mehrere Juden zu Einnehmern derselben bestellt. (Wiener Reg. Nr. 158, S. 238.) Unter diesen erscheinen als solche für Linz die Juden MuschF) und Swogl. (Fink, S. 48.) Zwei Jahre später 1417 bewilligte der Herzog einigen seiner Juden, die ihm jetzt 6000 (iulden Anteilen entrichtet, diese Summe samt Schaden und Zehrung auf die Gemeinschaft der Juden in Österreich und ob der En ns zu schlagen und ernennt dazu als deren „Absamer" sieben Juden. Nun kommt das Unglücksjahr 1420, das die Hostienanklage von Enns in die Welt gesetzt hat. Das Ereignis samt allen Belegen wird seine Darstellung in der Geschichte der Juden in Enns linden, für diese Betrachtung ist nur notwendig, auf die katastrophale Wirkung desselben hinzuweisen. Am 24. Mai 1420 wurden alle .luden zu gleicher Zeit ergriffen und eingekerkert. Die armen mußten auswandern, den reichen jedoch wurde ihr Vermögen zum Wohle der Staatskasse eingezogen und ihnen die Wahl zwischen Taute und Tod gelassen. Viele löteten sich selbst und ihre Familien, manche wurden Christen, die übrigen wurden, obwohl sie nicht im geringsten zu der Entweihung der Hostien in Beziehung standen, zum martervollen Tod durch Verbrennen verdammt (Schicker, Geschichte von Enns, S. 37). Über die Zahl der Juden, die von dem Unglück betroffen wurden, gibt die jüdische Chronik Emek habacha an, daß 800 verjagt. 1000 gefangen, viele getauft und schließlich nochmals ein Jahr später 400 erschlagen wurden. In Wien allein seien 110 verbrannt worden. Nach dem Ereignisse von Enns hören wir nichts mehr von Juden in Linz, und daß nun 1426 die Judensynagoge in die Dreifaltigkeitskirche umgeschaffen wurde, dürfte damit zusammenhängen, daß dies eine Sühne für das an dem Sakrament geschehene Unrecht sein sohle. Trotzdem schreibt eine Chronik (Stadtarchiv) zum Jahre 1490: „Zuvorberührte Judenschaft wurde bisher (anno 1522) allhier geduldet, hernach aber gänzlich ab- und aus dem Land geschafft." Die in Klammer gesetzte Angabe „anno 1522" ist in der Chronik durchgestrichen. Im Jahre 1494 bestätigt König Maximilian I., „dass auch die Juden, welche sonst von ganz Österreich ausgeschlossen waren, gegen den beide Märkte zu besuchen zugelassen werden, dass jeder Kopf 3 11. Maut bezahle, und sie sich in einem Haus von den Christen abgesondert, beysammen aufhalten sollten". Dieser Umschwung ist wohl auf die Gesinnung Kaiser Friedrichs III. zurückznführen. Dieser gerechte und humane Fürst nahm sich, wie Grätz (IX, 45) sagt, bis in seine letzte Stunde der von aller Welt Geächteten an. Und diese Gesinnung ist vielleicht wiederum seinem Unigange mit seinem jüdischen Leibärzte Jakob ben Jechiel Loans zuzuschreiben. Dieser weilte mit dem greisen Kaiser in seiner Hofhaltung in Linz und pflegte ihn bis zur Sterbe-

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