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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. 301

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Roma Israelitica
Date
1927-05-01
Page
301 (sequence 1)
Language
German
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ROMA ISRAELITICA Wanderungen eines Juden durch die Kunststätten Roms Von Ermano Loevinson Mit Erlaubnis des Verlages T. Kauffmann, Frankfurta. M., veröffentlichen wir nachstehend ein Kapitel aus diesem demnächst erscheinenden Buche S. Maria in Monticelli, Trinitä dei Pellegrini, S. Maria in Monserrato, S. Maria del Suffragio, Palazzo Farnese, Palazzo Spada, Campo de Fiori, Piazza Navona Wagen wir uns nun in das Straßen- und Gassengewirr zwischen den Brücken Garibaldi und Sisto. Da stoßen wir in der Kirche S. Maria in Monticelli auf sechs Heldinnen des Alten Testaments: Esther, Bathseba, Debora, Jael, Abigail und Judith, Fresken eines leider sehr mittelmäßigen Malers, Ercole Ruspi. Eher vermögen der Feurige Busch und der Traum Jakobs Cesare Marianis unsere Anerkennung zu erregen. In der Kirche Trinitä dei Pellegrini, früher S. Benedetto genannt, hat G. B. Ricci die Propheten vielleicht deshalb dargestellt, weil sie ursprünglich für die Zwangspredigten diente, bevor Papst Leo XII. die obengenannte Kirche S. Angelo dazu bestimmte. In S. Salvatore in Onda, Via dei Pettinari, wurden 1875 von dem oben genannten Mariani Judith und Esther gemalt. Kaum wird je einem der zahlreichen Israeliten, deren Voreltern aus Spanien nach Rom eingewandert sind und deren Geschäfte sie tagtäglich bei der Kirche der spanischen Nation, S. Maria in Monserrato, vorbeiführen, die Idee kommen, er verdanke sein Vorhandensein in der Ewigen Stadt einem Papste, dessen sterbliche Reste in jener Kirche ruhen, Alexander VI., aus dem Hause Borja. Jahrhundertelang barg eine einfache Holzkiste in der Sakristei seine Gebeine; erst seit 1881 besitzt er ein Grabdenkmal, und zwar in der ersten Kapelle rechts. Trotz allen Widerstandes der römischen Juden und des Protestes der spanischen Herrscher gewährte jener Papst den aus seiner eigenen Heimat vertriebenen Juden das Niederlassungsrecht in der Hauptstadt der katholischen Christenheit. Ja, er ging anderen Juden gegenüber in seiner Duldsamkeit so weit, daß er zum Beispiel einen gewissen, aus Südfrankreich geflüchteten Bonet de Lattes zum Leibarzt nahm, und ihm noch obendrein gestattete, gleichzeitig das Amt eines Rabbiners bei der jüdischen Gemeinde in Rom zu bekleiden. Dagegen wurden die Marranen von ihm mit Strenge behandelt; und nicht der geringste historische Anhalt ist für die hin und wieder aufgestellte Behauptung vorhanden, die aus Katalonien stammende Familie Borja hätte jüdisches Blut in ihren Adern gehabt. Übrigens ist die Kopie eines Bildes von Rafael Mengs mit alttestamentarischem Motiv sowie der Isaak eines spanischen Malers des 17. Jahrhunderts, welche noch um die Wende des 19. in der Kirche, bezüglich Sakristei zu sehen waren, neuerdings den Blicken der Gläubigen entzogen worden, wahrscheinlich um die Angehörigen der allerchristlichsten Nation in Rom nicht in ihren Gefühlen zu beunruhigen. Ein David des Matteo da Lecce im Oratorio del Gonfalone, in Via Garceri Nuove, einer Seitenstraße der Via Giulia; in der in dieser gelegenen S. Maria del Suffragio: Abraham, Jakob, Daniel, mittelmäßige Arbeiten von Gerolamo Troppa, Giov. Batt. Calandrucci und Bernaschi. Auch der Palazzo Farnese, heute Sitz der französischen Botschaft, ruft Erinnerungen in uns wach: Ein Mitglied der berühmten Familie, nach welcher er benannt ist, der 1534 als vierzehnjähriger Jüngling zum Kardinal erhobene, 1589 verstorbene Alessandro, hat zur Zeit der schlimmsten Judenverfolgungen mehr als einmal die römische Gemeinde durch sein Dazwischentreten vor dem drohenden Untergang gerettet. In dem nicht weit von Piazza Farnese, auf Piazza Capo di Ferro, gelegenen Palazza Spada, dem Sitze des Consiglio di Stato (Staatsrat, etwa dem Oberverwaltungsgericht entsprechend), befindet sich das Bild seines verstorbenen Präsidenten, des Senators Giacomo Malvano aus Turin. Bevor er diese hohe Vertrauensstelle bekleidete, war er mehr als ein Jahrzehnt Generaldirektor im Außenmini-

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