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Menorah · 1927-05-01 · Heft 5 (Mai 1927) · p. Seite 992

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 5 (Mai 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-05-01
Page
Seite 992 (sequence 2)
Language
German
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292 MENORAH die man aas süßem Schlummer weckt. Man drängte sie zum Tisch, drückte ihr den Federkiel in die Hand und willenlos, mit verklebten, weißen Wimpern malte sie beim „Neum" ein buckliges Ringelchen mit zwei Zipfelchen hin: „Masel tow . . „Masel tow.. Man zerbrach einen Teller und wünschte einander: „So Gott will bei unseren Kindern... bei deinem Dudsie... bei deinem Jankaie, bei deiner Bruchele." Die Weiber küßten einander, weinten und schneuzten sich in die Sabbat schürzen: „Masel tow ... masel tow .. „Mechiten... wo steckt denn der Mechiten .. . Mechiten . .. Vater... Schwiegervater... ein sauberer Vater...44 Man schrie und rief von allen Seiten. Aber Schmiel-Jossje hörte nicht. Er saß im Garten beim Stall, rittlings auf einem Klotz, den er mit der Hacke bearbeitete und in den er heftig und wütend Nägel hineinschlug. Neben ihm stand Breindel, das Kleid geschürzt und hob mit der Schaufel eine Grube aus. Vater und Tochter sahen einander, wie gewöhnlich, nicht an, sie arbeiteten eifrig, hurtig und entschlossen mit harten, gesenkten Köpfen. Als Jechiel, der Tischler, aus dem offenen Fenster sah, daß ihm die Sache nun an den Leib zu rücken beginne, daß die Latten in die unfertigen Stallwände hineinwachsen, kam er, mit dem Sack um die Lenden, zum Zaun; seine bösen Raufboldaugen funkelten, und indem er wütend die Worte einzeln zwischen den Zähnen zählte und den breiten Räuberbart schüttelte, sagte er: ,,Re—e—b Sch—mi—el-Jossje, ihr wer—det da kei—nen Stall bau—en, sag' ich euch, hört — ihr, Re—eb Schmi—el-Joss—je .. Schmiel-Jossje antwortete nicht sofort. Er riß seinen zerknüllten Hut von seinem grauen, alten Kopfe, richtete sich die Jarmulka zurecht und sah seinen Nachbarn mit halbgeöffnetem Munde ein wenig von der Seite an, und sein Blick staunte über die menschliche Ungerechtigkeit mit jener ewigen, stummen Verständnislosigkeit des sich im Recht Dünkenden. Dann begann er mit seiner weinerlichen, unverständlichen Stimme laut zu schreien: „Was heißt das, ich werde nicht bauen ... in meinem Garten . .. meine Mühe... Räuber ... Diebe, die ihr seid... In deines Vaters Vater*) . .. Tischlerpack ... Mörder ..." *) Fluch.

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