Menorah
- Journal
- Menorah
- Volume
- 5 (1927)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1927)
- Article
- Die jüdische Kultusgemeinde in Linz und ihr Tempel
- Date
- 1927-01-01
- Page
- None (sequence 3)
- Language
- German
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Das alte Bethaus (Marienstraße 11), das am 5. Mai 1877 geschlossen wurde zur Behebung eines schwer empfundenen Übelstandes in Linz einen eigenen jüdischen Friedhof zu errichten. Bis dahin mußten nämlich die Leichen auf der Landstraße nach dem südböhmischen Städtchen Rosenberg zur Bestattung überführt werden. Der Opferwilligkeit der Mitglieder, der Energie der H. Dr. Kohn und Jakob Gans, gelang es, in Lustenau, einem Vorort von Linz, ein Grundstück zu erwerben. Die ersten Leichen, die auf diesem Friedhofe bestattet wufden, sind Frau Koditschek und die Großeltern unseres Altvorstehers der Chewra Kadischa, Albert Sternschein. Dr. Josef Kohn legte wegen seiner Kränklichkeit seine Vorsteherstelle zurück, die von Dr. Leopold Winternitz übernommen wurde. Seine hauptsächlichen Mitarbeiter waren der Tempelvorsteher H. Simon Nossal, II. I. Wallerstein, der Leiter der hiesigen Spiritusfabrik, und H. Albert Low der, 90 Jahre alt, in völliger Frische in Wien lebt und seine Energie dem Dienste seiner Glaubens- und Heimatgenossen widmet. Diese Herren verstanden es, der Gemeinde einen modernen Zug zu verleihen, den Religionsunterricht zu reformieren und durch Anstellung eines tüchtigen Lehrers zu vertiefen, den Gottesdienst durch einen vorzüglichen Kantor zu verschönen. Aber damit begnügte man sich nicht. Man ging daran, in der Stadt eigenen Grund und Boden zu erwerben. Die Häuser Bethlehemstraße 24 und 26 wurden in den Besitz der Gemeinde gebracht. Im letzteren brachte man den Rabbiner Dr. Stern und seine Familie, die Schule und die Gemeindestube unter, während das erstere wieder verkauft wurde,