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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. Seite 262

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Die Kabara
Date
1927-04-01
Page
Seite 262 (sequence 2)
Language
German
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262 MENORAH Landwirtschaftlichen Museum auf dem Karmel hängt; das ist wirklich und wahrhaftig ein echtes Nilkrokodil, wenn auch kein Riesenexemplar. Ein ganz interessanter Dschungel, der niemand gestört hätte, wenn er nicht ein Fieberherd ärgster Sorte gewesen wäre, so daß er die ganze Umgebung mit Malaria versorgte. Wiadro, der tüchtigste unter den tüchtigen Kalifornien!, der eine aussichtsreiche Karriere an der Berkeley University in Kalifornien aufgegeben hatte, verdankte diesem Dschungel sein Schwarzwasserfieber und — seinen Tod. Von den Sumpfbeduinen erzählt man, daß sie immun sind, das heißt, gar keine Malariaanlälle haben, obwohl Blutproben ergaben, daß sie mit allen Dauerformen der malaria tropica und tertiana versorgt sind. Verlassen diese Bülfelneger aber das Sumpf gebiet, so bekommen sie fürchterliche Anfälle. Im Jahre 1922/23 war zum erstenmal von der Kabara in den Zeitungen zu lesen. Die Pica (Vereinigte Administration des Baron Edmund Rothschild in Paris und der Jewish Colonisation Association) hatte von der Regierung eine Konzession zur Trockenlegung und Parzellierung der Kabara bekommen, sie wurde ihr aber von den Besitzern der Büffel streitig gemacht — das heißt, von hinter ihnen stehenden EfTendis und politischen Agitatoren. Als im Jahre 1923 Sir Herbert Samuel bei uns in Benyamina zu Besuch war, fragten wir ihn unverblümt nach der Ursache des Skandals, denn es w ar ein Skandal, der Pica, dieser bekannt uneigennützigen Gesellschaft, solche Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Man bedenke: jemand macht der Regierung den Vorschlag, ein nicht nur unnützes, sondern gefährliches, todbringendes Sumpf gebiet zu assanieren. Die Regierung willigt ein, daß jemand ihr die Arbeit abnimmt, die eigentlich sie zu verrichten hätte. Es erheben ein paar Halbwilde Protest: ihre BülTel können nur im Sumpf leben! Und die Regierung zieht ihre Einwilligung zurück. Sir Herbert antwortete, die Sache würde ins Reine kommen, es beständen nur gewisse juridische Schwierigkeiten, die noch zu überwinden wären. Im Laufe von weiteren anderthalb Jahren wurden sie auch tatsächlich überwunden. Die Fowlerschen Dampfpflüge zum Tiefackern standen längst bereit — aber wie kommt man mit Dampfpflügen hinein? Schon das Vermessen, die erste Aufnahme des Geländes, die die Unterlage für den Entwässerungsplan bilden sollte, war ein afrikanisches Abenteuer. Aber es fanden sich ein paar beherzte Seelen, die kriechend, watend.

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