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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Die Kabara
Date
1927-04-01
Page
261 (sequence 1)
Language
German
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DIE KABARA Die Geschichte des Dschungels von Cäsarea Dieser Brief Viktor Kellners aus Benyamina, des Schreibers der „Briefe eines jungen Farmers aus Palästina" (siehe Menorah I. und II. JahrgJ wurde dem Herausgeber freundlichst zur Verfügung gestellt urc Frage, was aus dem großen Sumpf geworden sei, den Ihr, J_J gelegentlich Eurer letzten Anwesenheit in Palästina, auf der Fahrt von Jaffa nach Haifa gesehen habt, will ich Euch heute etwas ausführlicher beantworten. In Sargonia, südöstlich von Haifa, arbeitete im Jahre 1921/22 die damalige ,,Kalifornische KwuzalV', und ich konnte mir die Freude nicht versagen, wiewohl wir selbst Arbeit in Hülle und Fülle hatten, hie und da hinüberzureiten und die prächtigen, modernen amerikanischen Maschinen, die holländischen Herdbuchkühe, die Scharen von weißen Leghornhühnern zu bewundern. Von da war es ein Katzensprung zum alten römischen Viadukt, der von den Quellen von Schuni nach Cäsarea maritima führt, der einzige gangbare Weg am Rande der Kabara, des unzugänglichen Riesensumpfes. Die damalige Kabara: ein Dschungel, unten Sumpf, oben verkrüppelte Räume und Gestrüpp. Im Root nicht zu passieren, denn er war von Baunwvurzeln, dichtem Gestrüpp und faulenden Stämmen bedeckt. Selbst dem beherztesten Fußgänger unzugänglich, denn man versank im Schlamm; nur an einigen trockenen Stellen konnte man, auf dem Bauche kriechend, weiter gelangen. Zwischen der Kabara und der Küste Kalksandsteinhügel mit den spärlichen Resten der Villenvororte von Cäsarea; eben diese Hügel versperren dem Nähr Zerka (Krokodilfluß), der bei Schuni entspringt, den Weg zum Meer. Auf den Hügeln leben ein paar sogenannte Beduinen, freigewordene Negersklaven, größtenteils mit Arabern vermischt, trotzdem noch typische Neger. Bei meinem ersten Ritt entlang dieser unheimlichen Strecke sah ich große, dunkelgraue Tiere, die ich anfangs für Wildschweine hielt, bis sie sich in ihrer vollen Größe im Schlamm aufrichteten und als ungeheure, zottig behaarte Büffel erwiesen. Diese „Dschamussim" sind die einzigen zahmen Tiere, die im Sumpf existieren können; sie sehen noch ganz vorsintflutlich aus. Es gab übrigens noch reichlich wilde Tiere, darunter die anderthalb Meter langen bissigen Sumpfschildkröten. In der Kabara wurde auch das berühmte einzige Krokodil Palästinas erlegt, das jetzt im Benyamina, im März 1927 Liebste Eltern!

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