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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. Seite 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Auf dem Hügel
Date
1927-04-01
Page
Seite 242 (sequence 5)
Language
German
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242 MENORAH fehle ihr die Goldkette. Der Freier habe sie ihr vom Halse gestohlen... Der Freier lächelte den Gendarmen mit unschuldsvoller, verachtender Miene an und unterdrückte drängendes Gelächter... Was soll man zu so einer Verdächtigung sagen? Schade um jedes Wort... Er zog den Gendarmen sanft beiseite, flüsterte ihm was zu und winkte freundschaftlich mit dem Auge: „Ale panie wachmistrzu—u (aber Herr Wachtmeister)." Und als der Gendarm die Härte der Münze spürte, die ihm der Freier in die Hand gedrückt hatte, ließ er grimmig den blonden, spitzen Schnurrbart hängen, empfahl sich, indem er auf der Schwelle den Kopf mit dem Federbusch senkte. ,,Adijeeh ..wünschte er und nahm das greinende, schwarze Dämlein mit sich. Der Rummel legte sich, aber Schmiel-Jossje drängte sich noch immer mit der Hacke unter dem Arm und mit geröteter Nase durch das Gewirr von Weibern und wollte erfahren, was da eigentlich los wäre: „Was ist denn hier heute los, zum Teufel, was... weh, weh . .. Mörder..." Aber niemand antwortete ihm. Geheimnisvoll fuhr man ihn an: „Still, Vater... schrei nicht... was schreist du denn so ... zieh den Kaftan an ... rasch .. Schmiel-Jossje schwieg und sah mit halb offenem Munde erschrocken und verwundert die Weiber an, die durch das Fenster blickten und geheimnisvoll fluchten: „Ein böser Traum auf ihren Kopf, auf ihre Hände und Füße, auf ihren Leib und ihr Leben . .. puh ... so eine Gottesplage... die Kapureh soll sie werden .. Alle eilten zum Freier hin; sie umstanden ihn nun dicht und mit größerem Vertrauen. Die Partie gefiel. Ein solcher Bräutigam... Eine goldene Partie... Warum schickt man nicht um den Schojchet?... Wo ist der Schammes? Man sprach mit Händen und Nasen, es entstand ein Gedränge, alle redeten durcheinander und im Winkel tuschelte Scheindale mit der Mutter wegen des Vorfalles mit der Dame. „Wer weiß, ob sie wenigstens eine goldene war? ..." Die alte Sur eh deckte in großer Eile den Tisch zum Mittagessen und mit weicher, zärtlicher und überaus herzlicher Stimme, wie zu ihrem eigenen Kinde, das aus der Fremde zurückgekommen und etwas Rechtes geworden ist, sagte sie zum Freier: „Nu, Ghaskele, wasch dich und geh Mittagessen ... rascher, denn es kommen bald der Schammes und der Schojchet..." (Fortsetzung folgt.)

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