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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Josef Floch
Date
1927-04-01
Page
224 (sequence 1)
Language
German
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JOSEF FLOCH Eine Einfüli7~ung in seine Kunst Es ist nicht leicht, einem breiten Leserkreis das Werk eines Künstlers von der Art Josef Flochs nahezubringen. Denn die Mehrheit der Leser steht einem solchen Versuch von vornherein mit gewafTneter Antipathie entgegen. Sie hält — und man wird es aus vielen guten Gründen verstehen können — die moderne Kunst ohne Ausnahme für einen Hokuspokus oder einen glatten Schwindel. Und eben mit dieser zur leeren Formel erstarrten Meinung läßt sich nichts Vernünftiges anfangen. Die Mehrheit der Leser müßte vorerst ihre hergebrachten und durch allerhand zweifelhafte Kunstrichter geeichten Vorurteile beiseite lassen, die vielen Enttäuschungen vergessen und sich einstweilen bereit finden, ohne Bitterkeit eine Strecke mitzugehen, um zu sehen, was zu sehen ist. Jede neue Kunst verlangt von ihrem Betrachter guten Willen, noch mehr: Hingabe. Selbst um den Preis von Irrtümern. Denn ohne Irrtümer wird keine neue Erkenntnis. Nun bin ich gewiß, daß die meisten meiner Leser bei der Betrachtung der vorliegenden Beispiele von Flochs Bilderkunst ihre Folgsamkeit bald bereuen werden und daß sie schon nach den ersten Schritten am liebsten wieder umkehren möchten. Gewohnt, in den Werken der Kunst zu allernächst auf die dargestellte Sache zu sehen, werden sie wohl leicht feststellen, daß hier Landschaften, Figuren und Porträts vorgebracht, aber daß alle diese Gegenstände „unrichtig" wiedergegeben sind. Und was nicht richtig ist, ist nicht natürlich und was nicht natürlich ist, ist nicht Kunst. Das klingt sehr klar, geradezu gemeinverständlich, und ist auch in anderen Zeiten schon ein Gemeinplatz der Laienkritiker gewesen. Aber bevor er in unserem Fall zur eilfertigen Hinrichtung eines jungen Künstlers benützt wird, durfte es am Platze sein, jener Folgerung sach lieh an den Leib zu rücken und zu hören, was etwa gegen ihre Stich- Ii ältigkeit spricht. Der Laie lehnt ein Werk der bildenden Kunst schlankweg ab, weil er die Darstellung für „unrichtig" hält. Das ist — mit Verlaub! — eine Unbescheidenheit. Denn er nennt unrichtig, was seinen mitgebrachten Vorstellungen widerspricht. Und wird doch nicht ernsthaft glauben können, daß die Kunst den Beruf habe, seinen bürgerlichen Anforderungen zu entsprechen. Die Kunst muß immer ein Außerordentliches wollen. Die Normalitäten des Daseins mögen für den Anfang des

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