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Menorah · 1927-04-01 · Heft 4 (April 1927) · p. Seite 215

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 4 (April 1927)
Article
Einleitung zu dem Buche "Israel"
Date
1927-04-01
Page
Seite 215 (sequence 5)
Language
German
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ISRAEL 215 druck zu geben, die vor zweieinhalb Jahrtausenden durch seine unvergessenen Propheten von den rohen Begierden nach Krieg, Sieg und Gewaltherrschaft geläutert worden sind. Das Haus Jakobs besinnt sich in Amerika ebenso wie in Europa und Palästina auf den Dienst, der der Menschheit not tut: der Ungerechtigkeit entgegenzutreten, jedes Joch abzuschütteln und den Frieden aufzurichten. Jüngst empfing der britische Kolonialminister in Jerusalem Abordnungen der verschiedenen Schichten der Bevölkerung Palästinas. Die Araber, die von der mohammedanisch-christlichen Union entsendet waren, erhoben Protest gegen die jüdische Einwanderung, den jüdischen Ackerbau und die jüdischen Schulen und Universitäten. Mr. Amery entgegnete darauf, daß die Juden Energie und Geld in das Land gebracht, das unbebaute Land kulturfähig gemacht und keine Hilfe zur Errichtung ihrer Schulen beansprucht hätten. Auf diese Weise, argumentierte er, brächten sie dem ganzen Lande Nutzen und es sei zu wünschen, daß sich die Mehrzahl der Araber ebensolchen Friedenswerken widme. Seine Erwiderung wurde schweigend aufgenommen. Endlich erhob sich Emir Omar el-Bittar aus Jaffa zu einer Antwort und seine Worte waren: ,,In al-Dindin, Yehudi ibn Yehudi" — „Verflucht sei der Glaube deines Glaubens, o Jude, Sohn eines Juden!" — Ist diese Antwort nicht im tiefsten Grunde symbolisch für all die uralte Barbarei des Menschen, für den Geist der Rivalität, der Feindschaft und des Krieges zwischen den Rassen, für den Patriotismus, der entzweit, für den Nationalstolz, der zum Kriege führt? Wie aber soll Israel auf diesen Schrei aus dunkler Seelentiefe antworten? Indem es noch mehr Land urbar macht und seine Universitäten, Spitäler und Kliniken den Arabern eröffnet! Gewiß ist es den Pazifisten noch niemals gelungen, den Krieg zu bändigen und die Tradition der Vernunft und Rechtlichkeit mag versagen, wie sie schon oft versagt hat. Aber wirklich human sein, heißt glauben, daß Vernunft und Gerechtigkeit gelten, heißt so zu leben und zu wirken als ob sie gälten, und sie unerschrocken selbst auszuüben. Mag sein, daß es uns nicht gelingen wird, die Menschheit menschlich zu machen. W i r werden es dann zumindest gewesen sein. (Deutsch von Jella Liebel)

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