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Menorah · 1927-03-01 · Heft 3 (März 1927) · p. 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 3 (März 1927)
Article
Der Maler Fred Taubes
Date
1927-03-01
Page
203 (sequence 1)
Language
German
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Der Maler Fred Taubes Von Josef Kalmcr Er ist noch nicht dreißig Jahre alt. In Polen geboren, rumänischer Staatsbürger, lebt er in Wien, nachdem er sich in der Schweiz und in Deutschland herumgetrieben hat, am längsten von Weimar, beziehungsweise dem B a u h a u s gefesselt. Fred T a u b e s kommt vom Abstrakten her, ist so etwas wie Schüler Johannes Iiiens gewesen, aber sehr bald seine eigenen Wege gegangen. Über dem Kubismus, der ihm die mystische Schönbeil geometrischer Komposition enthüllte, hat er die Lyrik lockerer Form nicht übersehen und ist so zu einem Maler geworden, der sich über die „Prokuristen Cezanncs" lustig macht, weit er in seiner eigenen Zeit genug neuer Inhalte und Formen findet. ,,ll faut etre de son lemps" — Mauels These — gilt auch für Taubes. Er ist ein Ironiker, zeitweilig sogar ein Satiriker, wenn er sich zum Beispiel -— wie in Zeichnungen — Soziales zum Thema setzt. Aber das Slawische in Taubes treibt ihn zum Idyll hin. Mau muß sich darunter nicht gleich einen Hirten- und Ziegcnmaler vorstellen; er hat vom Bukolikcr nfcht die Spur an sich — Taubes Ziegen leben auf dem Asphalt: Mannequins, mechanische Schaufensterpuppen, Lebemänner in abendlichen Straßen sind ihm ebenso gefällige, ungefragte Modelle, wie der einsamste Quartalsäufer am letzten Tisch in der Ecke einer leicht vorslellbaren Spelunke. Er sieht diese Dinge alle ganz unbarmherzig und legt sie doch irgendwie idyllisch fest. Er respektiert jede Art von Feierabend des Menschen und der Dinge (wenn er zum Beispiel ein verlassenes Atelier als Sujet für ein Stilleben nimmt), seien die Erscheinungsformen in ihrer Lächerlichkeit noch so armselig. Es will schon viel heißen, muß man da zugeben, daß Taubes diese Dinge, seien sie noch so klein, monumental zu machen versteht. Er hat ein zweites Feld noch, das logisch von diesen idyllischen Motiven sehr weif entfernt zu sein scheint, aber gerade den Psychologen in Taubes, den Durchschaucr, reizen muß, das ist — das Porträt. Er war den verwirrenden Möglichkeiten des Expressionismus nie ausgeliefert, so hatte er es leichler, stets sachlich zu sein — er mußte nicht erst umsatteln, den neuen Naturalismus suchen. End erfaßt er seine Modelle noch so psychologisch, noch so seelisch (ein Wort, das er nicht hören will), dennoch vergißt er nie an das Malerische seines Werkes, weiß immer aus der Fläche plastisch zu wirken, aus der Farbe Raum und Volumina zu gestalten, denn er sucht ununterbrochen, weil er die Malerei nicht an eine Senlimenlalilät verraten möchte. SPINO 7 A Zu dem in unserer Februarnummer erschienenen Aufsatz von Wilhelm Löwinger ist nachzutragen zu den Schriften über Spinoza: Dr. Max. Gni uwnld: .,Spinoza in Deutschland.'' Zu den Spinoza - Romanen: Felix A Tb e i 1 h a b e r: „Dein Reich komme." PI SS ACH IN PAL ASTIN A zu verbringen, lautet manch sehnsüchtiger Wunsch in diesen Tagen. Reiselustige Abonnenten der ,,Menorah" können alles Wissenswerte über Einzel- und Gesellschaftsreisen durch eine Anfrage an die Verwaltung (Abf. Palästina-Verkehr) unseres Blattes erfahren. Die Abbildungen auf den Seiten 152 und 183 bis 187 stammen aus der Vorbildersammluny Dr, Max Grunwald, Wien. Kann & Fried moderner Herren- und Damenstoffe bis zur feinsten Qualität, infolge kleiner Regien im Preise konkurenzlos billig, bei VI., 1^ WiBnZüill! 40,1 Hflfe

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