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Menorah · 1927-03-01 · Heft 3 (März 1927) · p. 153

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Menorah
Volume
5 (1927)
Issue
Heft 3 (März 1927)
Article
Jüdische Spiele
Date
1927-03-01
Page
153 (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHE SPIELE Von E. G. Fried Drama und Theater sind unter den Juden erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit eine allgemein gebräuchliche Unterhaltungsform und werden bis heute eigentlich von der jüdischen Tradition abgelehnt. Dem Schreiber dieser Zeilen ist ein Fall bekannt, da noch im Jahre 1923 in einem galizischen Städtchen der Bann über die Jugend gesprochen wurde, welche die bekannte dramatische Legende „Der Dybuk" von An-ski aufzuführen wagte. Die Ablehnung aller Theaterspiele bei den Juden geht auf sehr frühe Zeit zurück und war ursprünglich eine Schutzmaßnahme gegen die heidnisch-hellenistischen Einflüsse. Es ist bezeichnend, daß wir die gleiche schroff-dogmatische Ablehnung bei den Kirchenvätern finden, welche das noch junge Christentum vor denselben Einflüssen der hellenistischen Kultur zu bewahren trachteten. Die Kirche hat später diesen Standpunkt der Kirchenväter verlassen und das szenische Spiel selbst wiederbelebt, indem sie es ihren Zwecken dienstbar machte. Die rabbinische Tradition ist jedoch — wahrscheinlich weil sie den neuen Einfluß, unter dem Theater und Drama standen, mindestens ebenso zu fürchten hatte, wie einst den ursprünglichen — bei der starren Ablehnung geblieben. Dennoch haben sich im Laufe der Zeit jüdische szenische Spiele entwickelt, die sogar mit gewissen religiösen Festen verbunden waren. Vor allem sind das P u r i m- und das Chanukahfest zu Anlässen für jüdische Spiele geworden, überdies wurden wenigstens Ansätze dazu auch bei der Hochzeit gebräuchlich. Die Gründe dafür, daß gerade das Purimf est (Chanukah als „Festspieltermin" kam bald außer Gebrauch) Raum für die Entwicklung szenischer Darstellungen, verbunden mit Mummenschanz und Maskenscherz wurde, lassen sich nicht mit voller Sicherheit feststellen: vielleicht sind gewisse naturelementare Anklänge des Purimfestes mit eine Ursache (die Verbrennung der Hamanpuppe, die in frühen Zeiten üblich war, deutet auf ähnliche „Winterbegräbnisse" bei Naturvölkern, die sich dabei gleichen Symbols bedienten), wahrscheinlicher aber ist der Einfluß der Umgebung, besonders des mitteleuropäischen Fastnachtscherzes und der Fastnachtspiele. Die Purimspiele werden für gewöhnlich als die einzigen jüdischen Spiele angesehen und man spricht ihnen hohes Alter zu. Beides ist nicht richtig. Es gab außer den Purimspielen noch andere szenische Spiele bei den Juden, die heute vergessen sind, während die Purimspiele sich

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